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50 Jahre Troisdorf: Feierstunde zum Jubiläum auf Burg Wissem

50 Jahre Troisdorf : Feierstunde zum Jubiläum auf Burg Wissem

Am 1. August 1969 schlug mit der kommunalen Neuordnung Troisdorfs Geburtsstunde. Die Stadt begeht ihr Jubiläum mit einem Empfang. Eine Ausstellung zeigt zusätzlich die Geschichte.

Am 1. August 1969 schlug mit der kommunalen Neuordnung die Geburtsstunde der Stadt Troisdorf. Daher hatte Troisdorfs Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski zum 50-jährigen Stadtjubiläum zu einer kleinen Feierstunde in den Innenhof der Burg Wissem eingeladen. Viele Hände hatte der Bürgermeister zu schütteln und Gäste zu begrüßen. Landrat Sebastian Schuster, die Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer, ehemalige Bürgermeister, Beigeordnete, Ratsmitglieder, Amtsleiter und Ortsvorsteher der zwölf Stadtteile waren der Einladung gefolgt. Erfreut war Jablonski auch über den Besuch einer Abordnung aus Genk/Belgien, einer der Partnerstädte der Stadt Troisdorf. Ehrengäste an diesem Tag waren gleich fünf Goldhochzeitspaare, die im August 1969 in Troisdorf geheiratet hatten und somit gleich zwei Jubiläen feiern konnten.

Jablonski ließ in seiner Festrede die vergangenen 50 Jahre Revue passieren. Früher, genau wie heute auch, achtete noch jede Gemeinde, Kommune oder Stadt genau auf ihre Selbstständigkeit. Bei einem Zusammenschluss verleibte man sich gerne die Nachbarkommune ein, wehrte sich aber mit allen Mitteln, wenn man selbst Juniorpartner werden sollte. So waren nicht alle Einwohner der heutigen Troisdorfer Ortsteile mit dem Ergebnis der kommunalen Neuordnung zufrieden. Aus Alt-Troisdorf mit 18 000 Einwohnern entwickelte sich nach dem Zusammenschluss mit mehr als 75 000 Einwohner die größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis.

Lange Zeit ein Zankapfel

Zwei Jahre vorher gab es sogar Vorschläge für eine größere Stadt Troisdorf, zu der dann Siegburg und Menden oder Niederkassel und Porz gehören sollten. Auch die Siegburger schielten nach Troisdorf und hätten die Stadt gerne eingemeindet. Das lag wohl auch am großen Industriepotenzial, denn mit den Firmen Dynamit Nobel (8 600 Beschäftigte), Klöckner Mannstaedt (5 000) und Reifenhäuser (800) wuchs die Finanzkraft der Stadt. „Troisdorf konnte so kommunalpolitische Einrichtungen schaffen, die den Rahmen vergleichbarer Städte sprengen“, sagte Jablonski. Die Stadt konnte es sich sogar leisten, für den hinzugekommenen Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte einen Vermögensausgleich in Höhe von 100 000 Mark an die Gemeinde Menden zu zahlen. Selbst nach dem Zusammenschluss stritten sich Sieglar und Troisdorf noch um den Verwaltungssitz und den Stadtnamen.

Die Historikerin Petra Recklis-Dahlmann eröffnete gemeinsam mit Jablonski eine Ausstellung zum Stadtjubiläum in der Remise. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung mit Bluesmusik von „BB´s Bluesmile“.