Aggua-Schwimmbad: Bürger wollen Freibadumbau in Troisdorf kippen

Aggua-Schwimmbad : Bürger wollen Freibadumbau in Troisdorf kippen

Initiative „Aggerfreibad retten“ hat die erforderlichen Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammen. Initiatoren haben in nur fünf Wochen über 5000 Unterschriften gesammelt.

Das Aggua-Schwimmbad in Troisdorf soll ein neues Außengelände bekommen. Dafür sollen das 50-Meter-Becken und der Sprungturm weichen. „Das neue Freibad öffnet 2020“ verkündet die Betreibergesellschaft auf der Internetseite. Die Pläne stoßen aber auf heftigen Protest und münden in einem Bürgerbegehren.

Louise Knobloch, Susanne Meinel und Stefan Eich, die Initiatoren des Bürgerbegehrens, haben in nur fünf Wochen über 5000 Unterschriften von Troisdorfer Bürgern gesammelt. Sie beantworten die Frage: „Soll der Vertreter der Stadt Troisdorf in der Gesellschafterversammlung der TroiKomm damit beauftragt werden, über gesellschaftsrechtliche Weisungen die Geschäftsführung der Aggua GmbH zu verpflichten, dass bei der Modernisierung des Troisdorfer Freibades das 50-m-Schwimmerbecken und das Tauchbecken mit einem sanierten Sprungturm erhalten bleiben?“ mit Ja. Unterstützung erhielten die Petenten unter anderem von den Mitgliedern der DLRG, Ortsverein Troisdorf, und den Tauchern des Sub-Aqua-Clubs Troisdorf, die ihre Mitglieder im Aggua ausbilden. „Diese Vereine unterstützen uns, weil sie befürchten, dass ihnen die Trainingsmöglichkeiten genommen werden“, so Stefan Eich.

Auch aus der Bevölkerung kam großer Zuspruch für das Begehren. „Wir haben in der Stadt, zum Beispiel am Fischerplatz, gestanden und mit den Troisdorfern diskutiert. Die fanden sich nicht mitgenommen und nicht informiert. Dass eine Befragung im Schwimmbad stattgefunden hat, ist in der breiten Bevölkerung nicht angekommen“, so Eich.

Das Aggerfreibad wurde 1938 eröffnet und im Lauf der Jahrzehnte immer wieder umgestaltet. Seit 1975 dient das ursprüngliche Becken des Bades als Nichtschwimmer-Becken. Springerturm und Schwimmerbecken kamen neu hinzu. In den 1960er Jahren baute die Stadt außerdem Hallenbäder an der Schloßstraße und in Sieglar. Sie wurden durch das 1999 eröffnete Freizeitbad Aggua ersetzt, das mit seinem Wellnessbereich und den Erlebnisbecken Badegäste aus der gesamten Region anzieht.

Die Bürgerinitiative „Aggerfreibad retten“ möchte Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski am Montag wesentlich mehr als die notwendigen 3700 Unterschriften, das sind sechs Prozent der wahlberechtigten Troisdorfer, übergeben können. Auch wenn die Verwaltung das Bürgerbegehren nach der formalen Prüfung der Unterschriften für zulässig erklärt, wollen die Initiatoren doch weiter das Gespräch mit der Stadt suchen und einen Konsens finden. „Ob der Turm nun drei oder fünf Meter hoch oder das Becken nur 45 Meter lang ist, wird für uns kein Grund sein, einen tragfähigen Kompromiss auszuschließen“, so Esch.

So weit ist man bei der Geschäftsführung der Aggua GmbH noch nicht. „Es wäre unseriös, jetzt schon etwas zu einem Verfahren zu sagen, dessen Ausgang derzeit noch offen ist. Sollte das Bürgerbegehren die notwenigen Stimmen bekommen, so werden wir uns mit den zuständigen Gremien und dem Stadtrat zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Wir sind von unserem Konzept überzeugt und glauben nach den Umfragen, die im Schwimmbad gemacht wurden, dass die Bürger dies genauso sehen“, so Daniela Simon, Leitung Unternehmenskommunikation der Aggua GmbH, auf Anfrage des GA.

Einen Zusammenhang zwischen der Fällung zweier Bäume in dem Naturschutzgebiet, die durch die Neuanpflanzung einer Esche und einer Stileiche ersetzt werden, und dem geplanten Abbruch des Sprung- und Schwimmerbeckens, gebe es nicht. Auch plane man keine weiteren Baumfällungen auf dem Gelände des Freibades. Derzeit werden dort die Arbeiten für den Aufbau des 25-Meter-Außenbeckens vorangetrieben: Das Edelstahlbecken soll auf Stelzen stehen, um vor dem Aggerhochwasser geschützt zu sein.

Die Aggua GmbH lädt ein, an diesem Samstag in der Kölner Straße 69 in Troisdorf (vor Peek & Cloppenburg) Fragen zum Umbau zu stellen. Mehr Infos zu den Plänen auf www.aggua.de, mehr zum Bürgerbegehren auf www.aggerfreibad-retten.de.

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