Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Bonn: Bahn stellt Planungen für die S 13 vor

Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Bonn : Bahn stellt Planungen für die S 13 vor

Was seit den 90er Jahren in der Planung ist, wird jetzt konkret. Als erstes für die Bürger in Troisdorf. Denn dort in der Stadthalle informieren Planer der Deutschen Bahn heute ab 18 Uhr öffentlich über den Bau der neuen Bahnstrecke S 13 zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel.

Der Baubeginn ist laut Dirk Pohlmann, NRW-Pressesprecher der Deutschen Bahn, für Mitte 2017 geplant. Ende 2028 soll die gesamte Strecke von 13 Kilometern Länge fertig sein.

Das Vorhaben gilt als eines der derzeit größten Nahverkehrsprojekte der Bahn in Nordrhein-Westfalen. Das Ziel ist die bessere und schnellere Anbindung Bonns an den Flughafen Köln/Bonn und die Verbesserung der Schienenverbindungen zwischen den Ballungsräumen Bonn und Köln. Außerdem ergibt sich laut Bahn eine deutliche Verbesserung in Sachen verringerter Lärmbelastung für die Anwohner der stark güterbefahrenen Strecke, die Teil der Hauptschlagader Rotterdam/Genua ist.

Heute verkehrt die S 13 im 20-Minuten-Takt, allerdings nur von Köln über den Flughafen bis nach Troisdorf. Der Abschnitt Troisdorf bis Bonn wird von den Regionalbahnen RE 8 und RB 27 im Stundentakt bedient. Künftig werden der Güterverkehr und der Personennahverkehr auf dem Streckenabschnitt voneinander getrennt. Die gesamte Strecke wird dazu um ein bis zwei Gleise erweitert. Durch die Trennung vom übrigen Verkehr kann die S-Bahn werktags auf dem gesamten Streckenabschnitt alle 20 Minuten fahren, ohne andere Züge zu behindern.

Der Ausbau der 13 Kilometer langen Trasse kostet laut Bahn 502 Millionen Euro. Davon entfallen 461,7 Millionen Euro auf die Deutsche Bahn Netz AG, 40,2 Millionen auf die DB-Station und Service AG und 261.000 Euro auf die DB Energie. Das Land zahlt 47,5 Millionen. Über die gut 500 Millionen Euro hinaus werden weitere Mittel aus dem Brückensanierungsetat der Bahn fließen, weil auf der Strecke mehrere Brücken irreparabel beschädigt sind. Das gilt unter anderem für die Fußgängertunnel in Verlängerung der Hammstraße in Geislar und hinter dem Park der Burg Lede in Vilich.

Laut Bahnsprecher Pohlmann wird es bei der heutigen Bürgerinformation vor allem um den Lärmschutz entlang der Trasse gehen. Darauf setzt auch die Stadt Troisdorf, durch deren Gebiet ein Teil der Neubaustrecke führt: "Ich erwarte, dass die Bahn den potenziell betroffenen Anwohnern und Eigentümern der Grundstücke deutlich macht, wie sich die zukünftige Lärmsituation darstellt und welche Ansprüche auf Lärmminderung gegenüber der Bahn bestehen", so der Technische Beigeordnete der Stadt Troisdorf, Helmut Wiesner. Die Bahn ist nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichtet, bei Neubau oder wesentlichen Veränderungen der Zugtrasse für ausreichenden aktiven und passiven Lärmschutz zu sorgen.

So sollen laut Bahn auf der neuen S 13-Strecke 15,5 Kilometer Lärmschutzwände errichtet werden - das zählt zu dem sogenannten aktiven Lärmschutz. Zum passiven Schallschutz gehören der Einbau von Doppelglasfenstern und geeigneten Lüftungsanlagen in Wohnhäusern entlang der Trasse. Wo eine Überschreitung der Höchstlärmgrenzen von 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht in Wohngebieten nicht durch eine Lärmschutzwand verhindert werden kann, muss die Bahn den passiven Lärmschutz zu 100 Prozent finanzieren. Laut Pohlmann betrifft das etwa 12.000 Gebäude entlang der Ausbaustrecke.

Das Bauprojekt S 13 gliedert sich in drei Abschnitte: Der Sektor Nord reicht von Troisdorf bis Geislar/Vilich-Müldorf, wo die Bahntrasse die A 59 quert. Dort schließt der Sektor Mitte bis unterhalb des Beueler Bahnhofs bei Limperich an. Der Bauabschnitt Süd, der letzte, führt über Ramersdorf nach Oberkassel.

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