Straßentheater-Festival „Via Theatro“: Atemberaubende Akrobatik unter freiem Himmel in Troisdorf

Straßentheater-Festival „Via Theatro“ : Atemberaubende Akrobatik unter freiem Himmel in Troisdorf

Ganz Troisdorf ist eine Bühne: Beim Straßentheater-Festival „Via Theatro“ zeigen Akrobaten, Tänzer und Künstler spektakuläre Auftritte.

Immer wieder applaudierten die Zuschauer. „Oh“ und „Ah“ schallte es vielfach aus der Menge. Ihre Handys zückten die Besucher, um die atemberaubenden Darbietungen zu filmen. Das fünfte Straßentheater-Festival „Via Theatro“ in Troisdorf zog das Publikum in seinen Bann und bot eine Menge Möglichkeiten, zu filmen und zu fotografieren: Artisten, die mit einem Fuß kopfüber an einem Seil weit über dem Boden hängen. Trapezkünstler, die über die Bühne fliegen oder ein Eismann, der Trompete spielt. Am Wochenende ging es richtig rund an der Johanneskirche und auf dem Open.Air.Platz an der Stadthalle in Troisdorf.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem diesjährigen Festival. Die Künstler hatten Spaß, und die Zuschauer wollten sie gar nicht von der Bühne lassen“, sagte Alexander Krößner, Organisator des Festivals und Leiter der Stadthalle Troisdorf.

Am Freitag begeisterte „Hendrik“ die rund 500 Zuschauer an der Johanneskirche mit ein paar Stückchen Kreide und viel Humor, bevor „Hirondelles“ die Geschichte eines Crêpes-Restaurants akrobatisch erzählten. „Wir hatten ein tolles Finale mit dem Circus Unartiq. Die Stimmung war super“, so Krößner. Und auch Moderator Martin Dronsfield alias „Herr Kammann“ war von der „Bandbreite der Darbietungen und der Stimmung im Publikum“ begeistert.

Zum ersten Mal fand dieses Jahr das Samstagabendprogramm auf dem Open.Air.Platz an der Stadthalle statt. Die Artistenschule Berlin zeigte ihre Absolventenshow „Zoophobia“ und überzeugte mit spektakulären Akrobatikeinlagen. 40 Shows absolvieren die 18- bis 20-jährigen Künstler deutschlandweit, bevor sie sich „staatlich geprüfter Artist“ nennen dürfen, erklärte Tourmanager Maik Paulsen. „Das Publikum war wirklich gut“, fand die 18-jährige Marla Pistor, eine der zehn Absolventen. Bereits am Sonntag ging es für die Artisten weiter nach Essen, wo der nächste Auftritt auf dem Programm stand.

Aufwendige Bühnenkonstruktion

„Sur Troisdorf“ (deutsch: „Auf Troisdorf“) hieß es bei der zweiten Vorstellung des Abends, als „Les p'tits bras“ auf der Bühne mit Wein anstießen. Sophie Mandoux, eine der sechs Künstler der französischen Gruppe, wollte „die Artisten der Zeit um 1900 ehren“, was an den Kostümen und der Musik deutlich zu erkennen war.

Die aufwendige Bühnenkonstruktion brachte die Gruppe selbst mit, da sie nur für das Stück gebaut wurde. Trapezeinlagen, kurze Tänze und ein Jongleur durften genau so wenig fehlen wie der tollpatschige „William“, der das Publikum mit seiner Ungeschicklichkeit zum Lachen brachte.

„Mir hat das Festival sehr gut gefallen. Die Auswahl der Künstler ist einfach super, und es ist toll, dass eine solche Veranstaltung kostenlos angeboten wird“, sagte Zuschauerin Christine Steinebach, die sich das Straßentheater jedes Jahr anschaut. Festivalleiter Krößner freute sich über die Troisdorfer, die so zahlreich gekommen waren, und zeigte sich begeistert, dass sie sogar bei einem kurzen Umbau der Sitzbänke mithalfen.

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