Ende des Luxuslebens: 59-jähriger Troisdorfer verprasst veruntreutes Geld in Bordellen

Ende des Luxuslebens : 59-jähriger Troisdorfer verprasst veruntreutes Geld in Bordellen

Er veruntreute Firmengelder und verprasste das Geld in Bordellen, Luxusrestaurants und teuren Urlauben. Jetzt schickt das Bonner Landgericht einen 59-jährigen Troisdorfer dafür hinter Gitter.

Jahrelang war der 59-jährige Mann auf der Anklagebank ein braver Angestellter seiner Troisdorfer Firma. Doch dann geriet seine Ehe in eine Krise – und er auf die schiefe Bahn: Er veruntreute Firmengelder und verprasste das Geld in Edelbordellen, Luxusrestaurants, teuren Urlauben und finanzierte später auch seine neue thailändische Freundin. Am Ende hatte er das Unternehmen um mehrere 100.000 Euro geschädigt. Nun schickt ihn das Bonner Landgericht für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Vor der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts gestand der 59-Jährige, was er getan hat und erklärte, wie es überhaupt dazu kam. Er war gerade befördert worden in die Einkaufsabteilung der Firma, für die schon sein Vater gearbeitet hatte, als jemand im Kollegenkreis im Spaß gesagt habe: „Hier könnte sich ja jeder einfach etwas auf sein Konto überweisen.“ Dieser Gedanke habe ihn nicht mehr losgelassen. Und schließlich setzte er ihn in die Tat um, begann Rechnungen zu fälschen und Geld auf sein eigenes Konto umzuleiten.

Den Ermittlungen zufolge begann er bereits 2009 mit den Manipulationen, aber weil er erst im Mai 2017 aufflog, waren die Taten bis 2012 bereits verjährt. Und so wird der 59-Jährige nun wegen Untreue und Urkundenfälschung in 112 Fällen zwischen Juli 2012 und 2017 für schuldig befunden und verurteilt. Schaden in diesem Zeitraum: knapp 300.000 Euro.

Edelbordelle und in Sternerestaurants

Mit dem Geld finanzierte er zweimal wöchentlich Besuche in Edelbordellen und in Sternerestaurants, aber auch Familienurlaube, um nach außen trotz zerbrochener Ehe den Schein zu wahren. 2016 war die Ehe endgültig am Ende, er zog aus und lernte bei einer Thai-Massage seine aktuelle Freundin kennen. Auch sie und ihre Familie profitierten von dem ergaunerten Geld: Er soll ihnen in der Heimat ein Haus gekauft haben.

Im Mai vergangenen Jahres war sein falsches Spiel vorbei: Weil er bei zwei gefälschten Rechnungen versehentlich dieselbe Rechnungsnummer verwendet hatte, wurde der für die Kontrolle zuständige Kollege stutzig, und die Manipulationen kamen heraus.

Vor Gericht gab sich der 59-Jährige geständig und reuig, aber das bewahrt ihn nicht vor dem Gefängnis: Wegen seiner engen Beziehung zu Thailand sitzt er wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft, und da bleibt er auch bis zum Haftantritt, wie das Gericht im Urteil verfügte.

Hohe kriminelle Energie

Die 10. Große Strafkammer hält dem Angeklagten zwar sein Geständnis und seine Reue zugute. Und auch sein bisher unbescholtener Lebenswandel brachten ihm Pluspunkte ein. Überdies spreche zu seinen Gunsten, so das Gericht, dass ihm der Arbeitgeber die Fälschungen und Manipulationen leicht gemacht habe. Außerdem erkennt der Angeklagte den Schaden an, und, so stellte Kammervorsitzender Marc Eumann im Urteil fest: „Wenn alles gut läuft, erhält die Firma 180.000 Euro zurück.“

Aber gegen den 59-Jährigen spricht dem Gericht zufolge auch einiges: Er habe eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt, als er seine sehr komplexen Manipulationen durchgeführt habe. Und vor allem, so erklärt Richter Eumann: „Er zog die Masche viele Jahre lang durch.“

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