Kommentar : Zweifel angebracht

Ist das, was sich die Bezirksregierung da zusammen mit Schulträgern und Schulleitern ausgedacht hat, wirklich nötig? Zumindest was die künftigen Maler und Lackierer betrifft, die derzeit in Hennef am Berufskolleg lernen, darf das in Zweifel gezogen werden.

Ihr Berufszweig ist in Hennef mit 112 Schülern alles andere als unterfrequentiert. Betriebe, Lehrlinge und Lehrer loben die gute Zusammenarbeit. Ja, es ist einem Auszubildenden vielleicht zuzumuten, vom östlichen Rhein-Sieg-Kreis aus nach Bonn zu fahren. Und ja, es ist eine kluge Überlegung, Bildungsgänge, die dauerhaft kleine Klassen haben, an einem Standort zusammenzulegen.

Aber warum will die Schulaufsicht ausgerechnet jetzt, mitten in die Warnungen vor einem Verkehrskollaps durch die Brückensanierungen in Bonn hinein, einen derart großen Einschnitt ins Konzept der Berufskollegs wagen?

Weil die sich langfristig besser profilieren müssten, heißt es seitens der Bezirksregierung. Zumindest das Hennefer Berufskolleg sieht sich aber, was die Ausbildung der Maler und Lackierer betrifft, bereits durchaus gut profiliert - dass didaktische und pädagogische Modelle aus Hennef inzwischen bundesweit anerkannt sind, spricht dafür, dass dies keine reine Selbstbeweihräucherung ist.

Den Verantwortlichen war anzusehen, dass ihnen der Protest der Handwerker gegen den Strich geht. Sie werden ihn aushalten müssen - und vielleicht noch mal nachbessern. Denn dass nun auch die Elektroniker erste Kritik üben, lässt ahnen, dass in dieser Sache noch längst nicht das letzte Wort gesprochen ist. Hier geht es um mehr als nur eine lästige Fahrt über den Rhein.