Kampf gegen Verschwendung: Zu viele Lebensmittel landen im Müll

Kampf gegen Verschwendung : Zu viele Lebensmittel landen im Müll

Die RSAG gibt Tipps gegen die Verschwendung. Auch an weiterführenden Schulen oder an der Volkshochschule versucht der Abfallentsorger die Menschen für eine bessere Einkaufsplanung, optimale Lagerung der Lebensmittel, aber auch deren korrekte Entsorgung zu gewinnen.

Lebensmittel sind wichtige Energielieferanten für den Körper. Energie wird allerdings auch bei ihrer Herstellung, ihrer Kühlung oder ihrem Transport benötigt. Daher sind Lebensmittel, die im Müll entsorgt werden, etwa weil das vermeintliche Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist oder mehr eingekauft wurde, als verwertet werden kann, gleichzeitig eine enorme Energieverschwendung. Pro Kopf landen in Deutschland jährlich 81,6 Kilogramm Lebensmittel im Müll, das sind 225 Gramm pro Tag. Umgerechnet in Euro sind es 235 Euro pro Kopf und Jahr, was eine Gesamtverschwendung von 21,6 Milliarden Euro jährlich ausmacht.

Mit dem Flyer „Lebensmittel – Energiegeladen“ versucht die Rhein-Sieg Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) die Bürger darauf aufmerksam zu machen. Bei Veranstaltungen wie etwa beim Nachhaltigkeitsfest im Juni auf dem Marktplatz in Sankt Augustin, bei der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ oder der „Aktion Biotonne Deutschland“, bei der es Info-Stände in Supermärkten gibt, möchten RSAG-Mitarbeiter die Menschen für das Thema sensibilisieren. „Gerade in Zusammenhang mit der Biotonne bietet es sich an, das Thema mit in den Fokus zu rücken”, sagt Pressesprecherin Tanja Riesop und verweist gleichzeitig auf die Führungen durch das Kompostwerk der RSAG.

Auch an weiterführenden Schulen oder an der Volkshochschule versucht die RSAG, die Menschen für eine bessere Einkaufsplanung, optimale Lagerung der Lebensmittel, aber auch deren korrekte Entsorgung zu gewinnen. Denn auch diese kann eine wichtige Rohstoffquelle sein.

Großes Diskussionsthema ist das Mindesthaltbarkeitsdatum

Vor einigen Jahren gab es zudem die Aktion „running dinner”, bei der die Verwertung von älteren Lebensmitteln in Form eines Restkochens gezeigt werden sollte. „Leider hat es aufgrund von zu wenig Teilnehmern nicht mehr stattgefunden”, bedauert Riesop, die erklärt, dass die RSAG sich in der Verantwortung nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für Umwelt und Klima sieht. Dazu gehöre auch nachhaltiges Handeln und Abfallberatungen in Kindergärten und Schulen. „Auf unserer Website bieten wir einen Tausch- und Verschenkemarkt für Gegenstände an, die ansonsten womöglich im Müll landen würden.

Ebenfalls führen wir mit den Umweltberatungen der Verbraucherzentralen Siegburg und Troisdorf verschiedene Veranstaltungen durch”, erklärt die Pressesprecherin. Dass jeder Lebensmittelverschwendung vermeiden kann, erfährt man in dem RSAG-Flyer. So gibt es etwa Tipps, wie man Brot länger haltbar machen, die Resteverwertung beim Kochen einplanen oder bedarfsgerecht einkaufen kann.

Großes Diskussionsthema ist auch immer das Mindesthaltbarkeitsdatum, das viele mit einem „Wegwerfdatum” gleichsetzen. „Mit Ablauf des Datums ist die Ware noch lange nicht verdorben. Sieht das Produkt noch gut aus, riecht es so, wie es riechen soll, und schmeckt es, ist es nicht verdorben und kann bedenkenlos verzehrt werden”, so die RSAG.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg führt dazu derzeit in verschiedenen Metro-Märkten ein vom Bund gefördertes Projekt durch, bei dem die tatsächliche Frische von Lebensmitteln in Form eines dynamischen Haltbarkeitsdatums (DHD) in einer App sichtbar gemacht werden kann.

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