Problempflanze Riesenbärenklau: Wie die Region die Herkulesstaude bekämpfen will

Problempflanze Riesenbärenklau : Wie die Region die Herkulesstaude bekämpfen will

Der Rhein-Sieg-Kreis sucht freiwillige Helfer für die Bekämpfung der Herkulesstaude entlang der Sieg.

Sie gilt als invasive Problempflanze und bereitet den Kommunen und dem Kreis seit Jahren Kopfzerbrechen. Die Rede ist von „Heracleum mantegazzianum“, auch besser bekannt als Riesenbärenklau oder Herkulesstaude. Um ihre Ausbreitung an der Sieg zur bekämpfen, sucht der Rhein-Sieg-Kreis für drei Aktionstage im April und Mai noch freiwillige Helfer.

Ursprünglich aus dem Kaukasus stammend gelangte die Herkulesstaude als Gartenzierpflanze bereits im 19. Jahrhundert nach Nord-West-Europa. An Flussufern wie denen der Sieg breitet sie sich rasend schnell aus, ihre Dominanzbestände können zudem zur Verdrängung der heimischen Flora führen. Der Riesenbärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht zu toxischen Reaktionen führen. Wer die Pflanze berührt, kann schmerzhafte Quaddeln und Blasen bekommen, die wie Verbrennungen wirken.

Helfer bekämpfen junge Stauden mit dem Spaten

Noch stärker als bisher will sich der Kreis ab diesem Frühling der Bekämpfung der Herkulesstaude widmen. An den drei Aktionstagen am Samstag, 6. April, sowie am Samstag, 27. April, und am Samstag, 11. Mai, die zeitgleich in den beteiligten Kommunen Hennef, Eitorf und Windeck entlang des Sieglaufes jeweils um 10 Uhr starten, sollen freiwillige Helfer mit Spaten und Schälmesserlanze gegen den Riesenbärenklau zu Felde ziehen. Dabei werden die jungen Stauden unterirdisch abgestochen.

Die Umweltbeauftragten der jeweiligen Kommunen werden den Helfern Flächen zuweisen, auf denen sie die Stauden entfernen können. Werkzeuge und Schutzkleidung stellt der Kreis, die Helfer erhalten sogar eine kleine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit.

„Es ist ein wichtiges Thema, für das wir die Bürger mit ins Boot holen wollen“, sagte Georg Persch vom Umweltamt des Rhein-Sieg-Kreises am Donnerstag bei einem Ortstermin am Siegufer zwischen Eitorf und Alzenbach, an dem die Bürgermeister Klaus Pipke (Hennef), Rüdiger Storch (Eitorf) und die Windecker Bürgermeisterin Alexandra Gauß sowie die Umweltbeauftragten der Kommunen und einige ehrenamtliche Helfer teilnahmen. Der Kreis lässt die Stauden entlang der Sieg bislang von Fachfirmen entfernen, allerdings nur auf so genannten bedeutsamen Naturschutzflächen, da es auch nur dafür Fördermittel gibt. „Das sind im Kreisgebiet insgesamt 25 Hektar“, sagte Vera Overröder vom Umweltamt des Rhein-Sieg-Kreises.

Auf einer Fläche von zwölf Hektar widmen sich Vereine und Ehrenamtler der Bekämpfung des Riesenbärenklaus. Und auch die Kommunen kümmern sich aus Gründen der Verkehrssicherung um zwei Hektar Fläche. „Das ist schon sehr ärgerlich, denn eigentlich ist die Bezirksregierung für die Sieg unterhaltungspflichtig“, sagte Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke.

Vereine wie die Angelfreunde Eitorf-Stromberg entfernen seit Jahren ehrenamtlich die Herkulesstaude entlang der Sieg und sind mittlerweile wahre Fachmänner wie Heinz-Josef Lehmler, der auch bei den Aktionstagen wieder dabei sein wird. „Es gibt zwei verschiedene Herkulesstauden. Die mit den zackigen Blättern ist giftig, die mit den runden Blättern nicht“, sagte Lehmler. „Das wissen viele gar nicht.“

Anmeldung zu den Aktionstagen nehmen die Kommunen entgegen. Wer in Hennef mitarbeiten möchte, kann sich beim Umweltamt der Stadt Hennef per E-Mail an Joern-Lohmann@hennef.de melden.