Kommentar zu Sicherheit an Karneval: Wichtiges Signal

Kommentar zu Sicherheit an Karneval : Wichtiges Signal

Die Kreispolizei setzt an Karneval alle verfügbaren Kräfte ein: Das ist ein gutes, wichtiges, aber auch dringend nötiges Signal.

Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln hat das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei gelitten. Und das zu Recht. Darunter leiden jetzt alle Polizisten, auch die der Kreispolizeibehörde. Sie müssen ein Stück weit herhalten für die Verfehlungen der Kölner Kollegen.

Das ist ungerecht, aber nur logisch. Vor diesem Hintergrund, auch angesichts der Terroranschläge von Paris, ist das Vorgehen der Kreispolizei gewissenhaft und vorausschauend. Landrat Sebastian Schuster als Leiter der Kreispolizeibehörde versprach gestern Transparenz, wenn nach Karneval die Einsätze bilanziert werden.

Denn nicht zuletzt die mangelhafte Informationspolitik der Kölner Polizei sorgte für viel Misstrauen, unter anderem sprach sie am Neujahrstag von einer „entspannten Einsatzlage“. Ein Fehler, wie sie später selbst zugab. Schuster garantierte, dass es so etwas unter ihm nicht geben werde. „Es ist nicht akzeptabel, die Bevölkerung über Defizite nicht zu informieren“, sagte er.

Es sind Worte, an denen er sich messen lassen muss, falls etwas im Einsatz grundsätzlich schief läuft. Allerdings: Bei aller Polizeipräsenz liegt es letztlich auch an den Jecken, wie sie sich an den tollen Tagen präsentieren.

Ein Karneval ohne Kriminalität ist nicht realistisch, das zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit. Trotzdem: Je weniger die Karnevalisten sich daneben benehmen und somit die Kapazitäten der Polizei in Anspruch nehmen, umso mehr können sich die Beamten auf die Großwetterlage wie etwa mögliche Anschläge konzentrieren.