Rhein-Sieg-Kreis warnt vor Zecken: Vorbeugen ist der beste Schutz

Rhein-Sieg-Kreis warnt vor Zecken : Vorbeugen ist der beste Schutz

Zecken lauern fast überall und können Krankheiten übertragen. Deshalb raten Mitarbeiter des Rhein-Sieg-Kreises, sich vor Waldgängen zu schützen - etwas mit besonderer Kleidung.

Sie lauern an Grashalmen oder an Zweigen von Büschen, und vor allem lauern sie da, wo es feucht-warm ist: Zecken. Bekannt sind vor allem die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME, Gehirnhautentzündung) und die Borreliose. Doch nicht nur diese Krankheiten können durch Zecken übertragen werden, sondern auch andere. "Die Zecken nehmen in ihren Lebensraum alle möglichen Keime auf", sagt Klaus Mann, promovierter Veterinär bei der Kreisverwaltung in Siegburg.

Besonders gern, so Mann, halten sich Zecken da auf, wo sich Feuchtigkeit länger hält - zum Beispiel im hohen Gras, unter Blättern von Büschen oder in den bewachsenen Zonen an Wegesrändern. Und man muss nicht selbst hindurch gehen, um sich eine Zecke einzufangen, warnt der Veterinär. Haustiere wie Katzen und Hunde gehören zu den Wirtstieren von Zecken und bringen die Holzböcke mit nach Hause.

"Vorbeugen ist der beste Schutz für Mensch und Tier", sagt Mann. Auf dem Markt gebe es eine Vielzahl von Abwehrstoffen. "Allerdings sollten Haustierbesitzer ihren Tierarzt nach einem geeigneten Mittel fragen, weil nicht jedes Mittel für jedes Haustier geeignet ist", empfiehlt Mann. Nach dem Spaziergang sollten Menschen sich selbst und auch ihr Tier nach Zecken absuchen und sie vernichten. "Wegspülen reicht nicht, die Plagegeister sind zäh", sagt Mann.

Vorsicht, aber keine PanikHildegard Schneider, promovierte Humanmedizinerin und Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, empfiehlt sogar, beim Spaziergang helle Kleidung zu tragen, weil man darauf die winzigen Krabbeltiere besser sehen kann. "Und dann nicht in Sandalen oder ohne Strümpfe zum Spaziergang aufbrechen, stets auf festen Wegen bleiben, langärmelige Hemden und Blusen tragen, da hat man schon einen gewissen Schutz."

Experte: Finger weg von Klebstoff

Ist man doch von einer Zecke gestochen worden, und das Tier sitzt noch fest: Nicht versuchen, den Quälgeist mit Klebstoff, Öl oder ähnlichem loszuwerden, sagen die Fachleute. Die Viren oder Bakterien siedeln im Darm der Zecke. Erstickt man nun den Holzbock durch diese Mittel, erbricht er über sein Mundwerkzeug die Keime in die winzige Wunde, und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Zum Lösen der Zecke gibt es Karten oder Häkchen, mit denen man das Tier samt Kopf aus der Wunde herausdrehen kann, ohne dass sich dessen Darm entleert.

Ist es doch passiert, und die Zecke war verkeimt, kann es zu einer Rötung, einem roten Rand oder zu mehr oder minder großflächigen rötlich-bläulichen Flächen kommen. "Das sind deutliche Hinweise auf eine mögliche Borrelieninfektion", sagt Schneider. "Spätestens dann heißt es, zum Arzt zu gehen." Mit Antibiotika kann das Schlimmste verhindert werden.

Stichwort: Gehirnhautentzündung und Borreliose

Ein Problem sei aber, so Schneider, dass es oft nicht zu solchen Symptomen komme. Heilungschancen bei Früherkennung seien gut, wenn das Rückmark befallen sei, schlecht. Wie viele Fälle von Borreliose vorkommen, weiß man in der Kreisverwaltung nicht, weil die Borreliose nicht meldepflichtig ist. Die FSME ist meldepflichtig. Deshalb wissen Schneider und Mann, dass es seit 2004 im Rhein-Sieg-Kreis drei Fälle dieser Gehirnhautentzündung gegeben hat.

[link]

Menschen, die viel im Wald zu tun haben, können sich gegen FSME impfen lassen, sagen die Fachleute. Und eine Borrelien-Schutzimpfung für Hunde gebe es auch, ergänzt Klaus Mann. "Aber auch das muss sorgfältig mit dem Haustierarzt besprochen werden."

Mehr von GA BONN