Einheitliche Beschilderung: Verein möchte die Radwege in der Region verknüpfen

Einheitliche Beschilderung : Verein möchte die Radwege in der Region verknüpfen

Die Verbesserung der Radinfrastruktur im Rhein-Sieg-Kreis hat sich der Verein Radregion Rheinland auf die Fahne geschrieben. Immerhin warten hier 3500 Kilometer an Wegen, die der Verein künftig verknüpfen und zum Beispiel einheitlich beschildern will.

Es ist ein großes Ziel, das sie mit ihrem Verein Radregion Rheinland verfolgt: die Zertifizierung des Rheinlandes zur ADFC-Radreiseregion bis zum Jahr 2023. Dafür gilt es, die einzelnen Punkte eines gemeinsam erstellten Handlungsleitfadens abzuarbeiten. Die Rede ist von Mirca Litto, Geschäftsführerin des 2011 gegründeten Zusammenschlusses von drei Städten und fünf Kreisen in der Region Köln/Bonn. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. "Den Impuls dazu gab die Regionale 2010. Wir sind damals als Arbeitsgruppe gestartet, denn Radfahrer machen an Kreisgrenzen nicht halt", erzählt die 49-Jährige.

Knapp zwei Jahre später war der Verein gegründet, der 3500 Kilometer Radwege verknüpfen soll. Ganz konkret geht es um die Verbesserung der Radinfrastruktur und damit auch darum, noch mehr Menschen für das Radfahren im Rheinland zu begeistern. In Zusammenarbeit mit den Fahrradbeauftragten der Kommunen und Marketingfachleuten wurden Qualitätskriterien erarbeitet, für deren Umsetzung es Landeszuschüsse gibt. Dazu gehören laut Litto die Breite und Beschilderung der Radwege, Informationsmaterial, Karten und Werkzeugkoffer, die in den Tourismusbüros erhältlich sein sollen - und natürlich Unterkünfte für Radtouristen. "Wir müssen den Katalog abarbeiten", sagt die studierte Tourismusmanagerin, die seit 25 Jahren in diesem Bereich tätig ist.

„Wir müssen den Katalog abarbeiten“

Eigentlich ist das interkommunale Projekt aber nur ein Ehrenamt mit fünf bis bis zehn Wochenstunden für Litto. Denn ihr eigentlicher Job ist der der Hauptgeschäftsführerin des Vereins Rhein-Erft-Tourismus. "Der Verein Radregion Rheinland wurde bei uns angesiedelt", erklärt die Fachfrau. Sie ist in ihrer Freizeit auch gerne auf zwei Rädern unterwegs. So schwärmt sie etwa vom Donau-Radweg oder einer von ihr absolvierten Drei-Flüsse-Tour. "Wenn man Urlaub hat, schaut man immer, wie die anderen es machen", sagt Litto, die in Göttingen studiert hat. Ihr erstes Projekt war die Förderung des Radtourismus' im Weserbergland und im Teutoburger Wald. Inzwischen lebt die passionierte Sängerin, die auch schon mal mit dem Motorrad unterwegs ist, in Bonn.

Außer ihr als Vertreterin des Rhein-Erft-Kreises sind auch die anderen beteiligten Kommunen im Vorstand vertreten. Zu den Vereinsmitgliedern gehören neben Köln, Bonn, Leverkusen, Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Rhein-Erft-Kreis, Oberbergischer Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis auch die Naturparks der Region, Radstationen, vereinzelte Fahrradhändler, Gastgeber und ein Verkehrsplanungsbüro.

Einheitliche Beschilderung: Mindestens zehn regionale Radrouten

Alle gemeinsam arbeiten auf die Zertifizierung hin, für die sich das Rheinland als touristisches Reiseziel klar abgrenzen lassen muss. Neben der einheitlichen Beschilderung sollte ein Radwegnetz von mindestens zehn vermarkteten regionalen Radrouten vorhanden und das Ganze in Karten, Flyern, Broschüren und im Internet dargestellt sein.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, fahren ADFC-Routeninspektoren die Strecken ab. Gerade erst wurde eine neue Internetseite zum Radfahren im Rheinland auf den Weg gebracht, die auch an Smartphones und Tablets angepasst ist. Hier erhalten Radfahrer einen Überblick über die schönsten Fahrradrouten rund um Köln und Bonn.

Und hier findet man auch die Rheinische Apfelroute und ihre zugehörigen Wegschleifen, die Litto besonders für den Herbst empfiehlt. Man könne einen Halt im Café Landlust einlegen, Apfelkuchen genießen und auf dem Osthof shoppen, schwärmt die Tourismusmanagerin. Ebenso gut gefällt ihr der Radweg Sieg, zu dessen Höhepunkten der Eichenhain bei Stromberg zählt.

"Der ist zwar kein Rundweg, aber man kann von überall mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückfahren", sagt sie im Hinblick auf die Anbindung an die Siegbahnstrecke. Mit der kostenfreien App "QuoRadis" können sich die Radler auch navigieren lassen - getreu dem Werbeslogan "Mit dem Rädchen op Jöck".

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