Projekt "Quatier in Bewegung": Verein Kivi gewinnt Gesundheitspreis 2019

Projekt "Quatier in Bewegung" : Verein Kivi gewinnt Gesundheitspreis 2019

Das Projekt „Quartier in Bewegung“ bekommt den Gesundheitspreis des Landes NRW. Bei dem Projekt geht es darum, Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien wohnortnah und niedrigschwellig anzubieten.

Das Konzept „Quartier in Bewegung“ des Vereins Kivi („Kids Vital“) ist eines von fünf Projekten, das den Gesundheitspreis 2019 des Landes Nordrhein-Westfalen gewonnen hat. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann überreichte den Gewinnern die Urkunden in Düsseldorf. Bei dem Projekt geht es darum, Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien wohnortnah und niedrigschwellig anzubieten. Der Verein Kivi arbeitet bislang mit drei Kooperationspartnern: Sankt Augustin, Troisdorf und Swisttal.

Ziel sei es, durch präventive Maßnahmen mehr Bewegung und gesunde Ernährung im Alltag der Menschen zu etablieren. „Wir verstehen uns als Motor“, sagte Hermann Allroggen, Vorsitzender von Kivi, bei der Vorstellung des Projekts im AOK-Haus in Siegburg. „Wir wollen das Verhalten der Menschen, ihre Verhältnisse und Strukturen ändern.“

Kostenlose Schwimmkurse

Und dafür gehen die Partner der Initiatoren mitten hinein ins Geschehen. Zum Beispiel in die Siedlung Johannesstraße in Sankt Augustin. „Es gibt nur eine Zufahrt in die Siedlung. Jeder, der nach Hause möchte, muss an uns vorbei“, sagt Mechthild Mylius vom Jugendamt Sankt Augustin schmunzelnd. Dort im Stadtteilladen weisen ihre Mitarbeiter und sie die Menschen direkt auf das Angebot hin, das seit März 2018 besteht. Die Augustiner haben den Schwerpunkt auf Schwimmangebote für Kinder und Jugendliche gelegt. Der Eintritt zu den für die Familien kostenlosen Schwimmkursen im Freibad wird übernommen.

„Quartier in Bewegung“ wird über zwei Jahre für drei Kommunen mit 180 000 Euro von der AOK-Krankenkasse im Rahmen der Projektförderung finanziert. „Das war tatsächlich das erste Projekt, das wir über die Arbeitsgemeinschaft Lebenswelten fördern“, sagte Doris Franzen von der AG Lebenswelten und Vertreterin für die Krankenkassen und Krankenkassenverbände NRW. „Wir setzen darauf, die Gesundheitsförderung in die Lebenswelten der Menschen zu tragen, in denen sie einen großen Teil ihrer Zeit verbringen und die sich auf ihre Gesundheit auswirken“, sagte sie. Zu solchen Umgebungen gehören beispielsweise der Wohnort, die Schule, aber auch der Arbeitsplatz.

Familienwandertag im September

Das Jugendamt Troisdorf konzentriert sich dabei auf Friedrich-Wilhelms-Hütte. „Unser Ziel ist, Kinder und Jugendliche zwischen null und 16 Jahren mit ihren Familien zu erreichen“, sagte Britta Samanns. „Und wir wollen nicht nur ein einmaliges Highlight, sondern ein regelmäßiges Angebot schaffen.“ Zu vielen der Veranstaltungen und Kursen ist eine Anmeldung nicht erforderlich – zum Beispiel für Boule im Park, das donnerstags ab 16 Uhr und sonntags ab 11 Uhr im Stadtteilpark stattfindet. Auch bei „Lass uns tanzen – Move your Body“ können Sechs- bis 16-Jährige ohne Anmeldung freitags ab 15.30 Uhr auf den Abenteuerspielplatz kommen.

Neben diesen „Dauerbrennern“ sind für Juli bis September besondere Veranstaltungen im Terminplan festgehalten, zum Beispiel der Familienwandertag am Sieglarer See am Samstag, 7. September, von 14 bis 18 Uhr (Treffpunkt ist der Schulhof der Roncalli Schule, Roncallistraße 26 in Troisdorf).

„Uns geht es darum, dass sich in den Kommunen Netzwerke bilden, bei denen Vertreter aus Gesundheit und Politik, Jugend, Bildung und Sport die Themen gesunde Ernährung und Bewegung in den eigenen Quartieren voranbringen“, sagte Holger Kosel, Projektreferent Kinder- und Jugendgesundheit bei Kivi. Das Prinzip hat die Jury in Düsseldorf offenbar überzeugt.

Mehr von GA BONN