Poetry-Slam-Serie "Mutanfall" in Siegburg: Verbaler Schlagabtausch der Besten

Poetry-Slam-Serie "Mutanfall" in Siegburg : Verbaler Schlagabtausch der Besten

Sieger und Zweitplazierte der Poetry-Slam-Serie „Mutanfall“ kämpfen demnächst im Finale in Siegburg gegeneinander.

Gewinner waren sie alle, wie der frenetische Applaus des Publikums bei den vier Poetry Slams im vergangenen Jahr im Stadtmuseum zeigte. Aber nur jeweils einer der Teilnehmer konnte mit der Siegertrophäe, das Stadtmuseum als Teelicht, ausgezeichnet werden. Jetzt gibt es beim großen Jahresfinale ein Wiedersehen mit den Erst- und Zweitplazierten der vier Veranstaltungen.

Aber nicht im Museum, sondern in der Rhein-Sieg-Halle werden sich die Poeten zum krönenden Abschluss der ersten erfolgreichen Serie einen verbalen Schlagabtausch liefern. Um ein Preisgeld geht es auch dort nicht, sondern lediglich um die Ehre. Einen Siegerpokal gibt es dennoch: passend zum literarisch-sportlichen Anlass ein in Beton gegossenes „A“.

Symbolisch steht der erste Buchstabe im Alphabet auch für die Premiere des Finales. Hallenchef Frank Baake wünschte sich bei der Vorstellung der Veranstaltung, dass irgendwann alle Buchstaben vergeben sind. „Sonst nehmen wir noch das „ä“ und „ö“, meinte er scherzhaft und zeigte sich überzeugt, dass die zweite Runde, die im März beginnt und wieder im Stadtmuseum stattfindet, ebenfalls ein Publikumsmagnet wird.

Eine feste Etablierung der Kreisstadt als Austragungsort für Slams führt auch dazu, dass ein Sieg dort zur Teilnahme an offiziellen Landes- und Bundesmeisterschaften berechtigt. Über einen komplizierten Schlüssel würden die Slammer für die nächsthöheren „Battles“ ausgesucht und dann eingeladen, erklärt „mario el toro“, selbst Slammer, Organisator und Moderator des Siegburger Dichterwettstreits. Er rechnet bereits in ein bis zwei Jahren damit.

Bürgermeister Franz Huhn glaubt an einen langfristigen Erfolg der Reihe, mit dem Anfang 2015 noch niemand gerechnet habe. Das Interesse sei riesig, für das Finale seien schon fast 600 Karten verkauft, sagte Baake, der die endgültige Zahl der erwarteten Besucher mit rund 700 angibt, „mario el toro“ teilt Baakes Meinung.

Die Begeisterung der Zuhörer und die Atmosphäre in Siegburg seien großartig und hätten sich in Slammer-Kreisen herumgesprochen. Ihm liegen nach eigener Aussage schon zahlreiche Anfragen von Kandidaten aus ganz Deutschland vor, die 2016 teilnehmen möchten. Die Sorge, die Poeten könnten sich auf der großen Bühne und die Zuhörer im Saal der Rhein-Sieg-Halle verlieren, konnte der Veranstalter durch einen geschickten Umbau zerstreuen.

Von der großen Bühne aus ragt eine kleinere in den Saal hinein, um die Sitzreihen platziert sind. So ist das Publikum den Wortakrobaten fast so nahe wie im Museum. Beim Wiedersehen mit den Poeten dürfen sich die Fans auch auf Sira Busch aus Münster freuen. Nach ihrem zweiten Auftritt im Halbfinale beim ersten Poetry Slam, das sie locker erreicht hatte und mit dem sie aufgrund der meisten Stimmen des Publikums sicher ins Finale eingezogen wäre, musste sie zum Bedauern des Auditoriums aber schon frühzeitig abreisen. Dieses Mal will sie auf jeden Fall bis zum Schluss bleiben.

Poetry Slam Jahresfinale „Mut-anfall“, 20. Februar, 20 Uhr, Rhein-Sieg-Halle. Der Eintritt kostet zehn Euro, Tickets gibt es an der Museumskasse und an der Abendkasse.

Mehr von GA BONN