Trinkwasser im Rhein-Sieg-Kreis: Umweltkeim kommt aus der Talsperre

Trinkwasser im Rhein-Sieg-Kreis : Umweltkeim kommt aus der Talsperre

Das Trinkwasser wird noch mehrere Monate gechlort: Experten gehen davon aus, dass der Keim aus der Wahnbachtalsperre über die Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegelsknippen in das Versorgungsnetz gelangte.

Das Trinkwasser des Wahnbachtalsperrenverbands (WTV) muss wahrscheinlich länger gechlort werden als bislang angenommen. Laut dem Rhein-Sieg-Kreis können die Reinigungsarbeiten an den Versorgungsnetzen und Hochbehältern mehrere Monate in Anspruch nehmen. Vor zwei Wochen hieß es noch, es könne einige Wochen dauern.

Wie berichtet, wird dem Wasser aufgrund des Umweltkeims Lelliottia amnigena seit einem Monat zusätzliches Chlor zugeführt. Der Keim war im August in Teilen des Versorgungsgebiets des Kreises, der Städte Bonn und Remagen sowie der Gemeinde Grafschaft aufgetaucht.

Die Expertenkommission geht davon aus, dass er aus der Talsperre über die Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegelsknippen in das Versorgungsnetz gelangte. Das sei die einzige Erklärung, sagte WTV-Geschäftsführer Norbert Eckschlag. Der Keim müsse einmal durch die Filtrationsstufe „gerutscht“ sein, die das Talsperrenwasser durchlaufe, erklärte er. Der WTV reinige aber intensiv, um die Situation zu verbessern. Dazu sollen ebenfalls bauliche Veränderungen wie Rückhaltewehre in den Hochbehältern beitragen.

Von dem Umweltkeim geht laut Gesundheitsamt keine Gefahr für die allgemeine Bevölkerung aus. Wenn die Abwehr des Körpers erheblich geschwächt sei, könnten aber auch Umweltorganismen den menschlichen Körper infizieren.

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