Prozess vor dem Amtsgericht Siegburg: Troisdorfer legte sich illegale Waffensammlung zu

Prozess vor dem Amtsgericht Siegburg : Troisdorfer legte sich illegale Waffensammlung zu

Ein 55-jähriger Troisdorfer verstößt gegen Waffenrecht und wird in Abwesenheit zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Polizei versuchte vergeblich, den Angeklagten vor Gericht auf die Anklagebank zu bringen.

Neun Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, lautet der Strafbefehl eines Schöffengerichtes unter Vorsitz von Richter Ulrich Wilbrand gegen einen 55-jährigen Troisdorfer, der zum zweiten Mal einer Vorladung zum Gericht nicht gefolgt war. Die Polizei in Troisdorf versuchte zwar auf Bitte von Richter Wilbrand, den Mann zur Verhandlung zu bringen, was aber nicht gelang, weil der sich nicht zu Hause aufhielt.

Der Troisdorfer sollte sich vor dem Schöffengericht wegen eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz verantworten. In seinem Einfamilienhaus in einem Troisdorfer Stadtteil hatte er illegal mehrere Gewehre, einen scharfen Revolver und sogar militärische Leuchtspurmunition aufbewahrt. Geschossen habe sein Mandant mit den Waffen allerdings nicht, sagte sein Verteidiger Stephan Rössler. Der Mann habe einfach nur gesammelt und an den Waffen herumgebastelt.

Ein Zufall überführte den Waffen-Fan

Dass die illegale Sammelei überhaupt aufflog, ist einem Zufall zu verdanken. Ein Vetter des Mannes hatte seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr zu dem Sammler und hatte sich Sorgen um ihn gemacht. Versuche, ihn zu Hause anzutreffen, scheiterten. In seiner Sorge verständigte der Vetter schließlich die Polizei, die dann die Wohnungstür aufbrechen ließ. Dort fanden die Beamten zwar nicht den Bewohner, dafür aber jede Menge Müll und Unrat. Im Zuge einer Gefahrenabwehr ließen die Behörden dann die Wohnung leer räumen und fanden dabei die Waffensammlung.

Daraufhin erfolgten dann eine Anzeige und der Prozess, der mit der Bewährungsstrafe endete.

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