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Stalker vor Gericht: Trennung nicht akzeptiert

Stalker vor Gericht : Trennung nicht akzeptiert

Weil er die Trennung von seiner Freundin nicht akzeptieren wollte, lauerte ein 26-jähriger Dachdecker der 28-Jährigen mehrfach auf, drohte ihr und beleidigte sie. Im Januar erwirkte sie deshalb eine einstweilige Verfügung gegen ihn. Da es auch im Anschluss noch zu mehreren Vorfällen gekommen war, musste sich der Dachdecker am Dienstag erneut vor Gericht verantworten. Das Verfahren wegen Nachstellung wurde am Ende gegen eine Geldbuße von 800 Euro eingestellt.

Im November 2012 hatte sich die 28-Jährige vom Angeklagten getrennt. In den folgenden drei Wochen lauerte er ihr mehrfach vor ihrer Wohnung in Sankt Augustin und vor ihrer Arbeitsstelle auf. "Ich habe heute noch Angstzustände, nehme Tabletten zum Einschlafen", so die Altenpflegehelferin vor Gericht. Ihren Arbeitgeber informierte der Angeklagte per E-Mail über ihren angeblichen Drogenkonsum. "Das hat sie mir so gestanden und ich wollte unterbinden, dass sie auf ihrer Arbeit an Medikamente kommt", erklärte sich der 26-Jährige.

Doch die angebliche Drogenbeichte der Altenpflegehelferin war eine vorgeschobene Lüge. "Ich hatte dir das erzählt, damit du dich von mir trennst. Ich habe dich nie geliebt, wollte dich nur loswerden", betonte das Opfer während der Verhandlung. Auch das Jugendamt schickte der Angeklagte bei der Mutter eines Sohnes vorbei. "Dass das Jugendamt kam, darf Sie nicht wundern, wenn Sie überall rumerzählen, dass Sie Drogen nehmen", so die zuständige Richterin.

Da die Drogengeschichte von der 28-Jährigen selbst initiiert war und die Beleidigungen hin und her gingen, stellte das Gericht das Verfahren gegen eine Geldbuße von 800 Euro ein. "Sie sollen sehen, dass Ihr Verhalten nicht richtig ist", erklärte die Richterin die Geldbuße.