Kommentar zu den Tourismuszahlen: Trend zum Kurzurlaub

Kommentar zu den Tourismuszahlen : Trend zum Kurzurlaub

Zielgruppe der Touristiker müssen die Städtereisenden und Ausflügler sein. Aber nur wer einen Mix aus Kultur und Sport, Städten und Natur angeboten bekommt, hängt vielleicht eine Nacht dran, meint Bettina Köhl.

Im Vergleich zu anderen Regionen in NRW steht der Rhein-Sieg-Kreis mit Blick auf die Bettenauslastung gut dar. Es zeigt sich aber, dass sich die Schließung einzelner Hotels unmittelbar in den Zahlen niederschlägt. Ein Beispiel: 2018 gab es in Bad Honnef besonders viel Wechsel. Dort dürften nach den Wiedereröffnungen in diesem Jahr die Zahlen wieder nach oben gehen. Dafür wird sich in Königswinter die Schließung des Hotels Loreley bemerkbar machen.

Auffällig ist, dass die Aufenthaltsdauer weiter leicht sinkt. Der Durchschnittsgast bleibt rund zwei Nächte in den Hotels an Rhein und Sieg. Dabei gibt es hier sicherlich genug zu entdecken, um zwei Wochen Urlaub zu machen. Man muss zu den aktuellen Zahlen sagen: Die Statistiker des Landes NRW haben den Grund für den Hotelaufenthalt nicht ermittelt. Sicher sind auch viele Geschäftsreisende unter den Gästen. Bei dieser Kundschaft ist der Einfluss auf die Aufenthaltsdauer natürlich begrenzt.

Zielgruppe der Touristiker müssen deshalb die Städtereisenden und Ausflügler sein. In den vergangenen Jahren sind attraktive neue Wander- und Radrouten entstanden, die im Rahmen des Strukturprogramms „Regionale 2025“ im östlichen Rhein-Sieg-Kreis weiter Richtung Bergisches Land ausgebaut werden. 2020 soll vor allem das Beethoven-Jubiläum Hotelgäste in die Region ziehen. Solch ein Ereignis wird nicht ausreichen, um dauerhaft die Übernachtungszahlen hoch zu halten. Nur wer einen Mix aus Kultur und Sport, Städten und Natur angeboten bekommt, hängt vielleicht eine Nacht dran.

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