Siegburger Tauchcenter wird renoviert: Tauchturm erhält eine neue Unterwasserlandschaft

Siegburger Tauchcenter wird renoviert : Tauchturm erhält eine neue Unterwasserlandschaft

Eintauchen in die Felsenhöhle: Im Siegburger Tauchcenter Dive4Life entsteht derzeit eine neue Unterwasserlandschaft aus Kunstfelsen. Mitte August soll der Tauchturm wieder eröffnet werden.

Zehn Jahre haben unweigerlich ihre Spuren hinterlassen. Das ist an einigen Stellen deutlich abzulesen. Die vor der Eröffnung des Tauchcenters Dive4Life im Siegburger Freizeitbad Oktopus angebrachte blaue Farbe ist am Beckenrand kaum mehr auszumachen. Dafür wächst von unten eine neue Felslandschaft in die Höhe. Daran arbeiten seit knapp drei Wochen Experten aus Süddeutschland – und bringen damit unweigerlich Lärm und Staub an einen Ort, an dem sonst Stille dominiert, zumindest unter der Wasseroberfläche.

Wasser ist nicht mehr auszumachen im Tauchcenter. 1,7 Millionen Liter hat die Siegburger Feuerwehr Anfang Juli abgepumpt und so den Wasserspiegel um sieben Meter gesenkt. Eine Folie deckt am Grund des Beckens, das einen Durchmesser von 18 Metern hat, das im Turm verbliebene Wasser ab. Darunter geht es weitere 13 Meter in die Tiefe, bei einem Durchmesser von nur noch zehn Metern. Dieser Teil des Beckens bleibt unverändert. Darüber ist die alte Unterwasserwelt bis auf ein paar Säulen und Skulpturen bereits verschwunden. „Wir haben uns in erster Linie aus optischen Gründen entschlossen zu renovieren“, sagt Manfred Narres, einer der Geschäftsführer des Tauchcenters, beim Rundgang über die Baustelle.

Eine einjährige Planungsphase liegt hinter ihm und dem zweiten Geschäftsführer Hans Dieter Hojnacki. Die ursprüngliche Idee, neue Farbe anzubringen, haben sie mangels Angeboten verwerfen müssen. Stattdessen erhält der Turm nun eine Verkleidung aus Kunstfelsen – und zudem eine neue Struktur. „Wir gewinnen so verschiedene Ebenen“, erklärt Narres und zeigt auf ein acht Meter langes Metallgestell, das in vier Metern Tiefe angebracht ist. „Das wird die neue Übungsplattform für Anfänger“, sagt er. Fortgeschrittene könnten darunter tauchen. Am gegenüberliegenden Beckenrand wächst ein 21 Meter langes Viadukt. Dort sollen Apnoetaucher bei einer Wassertiefe von 1,20 Metern Gelegenheit für Atemübungen und den Absprung in die Tiefe haben.

Pachtvertrag für weitere zehn Jahre verlängert

„Unsere Arbeit ist spannend, da immer wieder neue Herausforderungen warten“, sagt Ralf Köppel. Er ist Geschäftsführer der auf das Bauen von Kunstfelsen spezialisierten Firma Sanero aus Baden Württemberg. Was seine Kollegen in Siegburg an die Beckenwand bringen, sind naturgetreue Abformungen aus den Karparten. Dafür setzen sie 400 aus glasfaserverstärktem Beton geformte Paneele im Rondell zusammen, verbinden sie mit zehn Tonnen Modelliermasse und 125 Quadratmetern Metallgeweben. „Dafür müssen wir 25 500 Löcher bohren“, so Köppel, der zuversichtlich ist, das die Felsenlandschaft mehr als 20 Jahre hält.

Für weitere zehn Jahre haben Narres und Hojnacki ihren Pachtvertrag mit der Stadt Siegburg verlängert. Rund 300 000 Euro investieren sie in die Renovierung ihres Tauchcenters, das europaweit gefragt und auch Schauplatz von Dreharbeiten ist. „So viel haben wir auch vor zehn Jahren investiert“, sagt Hojnacki. Das Geld fließt in die Neugestaltung des Tauchbeckens, einen neuen Anstrich und in eine neue Kompressoranlage samt Flaschen und Atemgeräten. „Wir bieten künftig nicht nur Pressluft als Flaschenfüllung, sondern auch sauerstoffangereicherte Luft, so genanntes Nitrox“, erklärt Narres. Durch einen höheren Sauerstoffanteil könnten die Taucher länger unter Wasser bleiben.

„Die Arbeiten kommen gut voran“, sagt Narres. Es bleibe bei der Wiedereröffnung Mitte August. Drei bis vier Tage werde es dauern, bis der Turm wieder mit Wasser gefüllt ist. „Mit Blick auf Statik und Temperaturunterschiede muss das sehr langsam geschehen“, erklärt er. Und spätestens zum Tag der offenen Tür ist am Samstag, 17. August, dann auch der restaurierte Hai zurück im Becken.

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