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Kandidaten für die Europawahl: So lief der kleine Parteitag der NRW-CDU in Siegburg

Kandidaten für die Europawahl : So lief der kleine Parteitag der NRW-CDU in Siegburg

Die NRW-CDU hat an diesem Samstag den Sauerländer Peter Liese zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gewählt. Der Bonner Axel Voss erhielt 94 Prozent.

Die nordrhein-westfälische CDU hat den Sauerländer Peter Liese an die Spitze ihrer Europawahlliste gewählt. Bei einem kleinen Parteitag in der Siegburger Rhein-Sieg-Halle votierten 92,3 Prozent der Delegierten für den umweltpolitischen Sprecher der Union im Europaparlament. Als Hauptgegner der Union bei der Wahl Ende Mai bezeichnete Liese die AfD. Die Europawahl sei eine gute Gelegenheit, den ersten Schritt zu gehen, um die AfD abzuschaffen.

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Armin Laschet im Blick auf die AfD gesagt: "Wer das Parlament abschaffen will, braucht auch keine Stimmen, damit er ins Parlament einzieht." Laschet forderte, die Europawahl "zu unserem Referendum für Europa" zu machen. Wenn nicht genügend Menschen zur Wahl gingen, dann könnten die Populisten aller Orten addiert mehr Stimmen erhalten als die Parteien der Mitte. Gerade deshalb müsse die CDU mehr kämpfen als früher.

Hinter Liese wählte der kleine Parteitag die Euroaabgeordneten Markus Pieper aus dem Münsterland, Sabine Verheyen aus Aachen, den Bonner Axel Voss (94 Prozent) und Dennis Radtke aus dem Ruhrgebiet auf die nächsten Plätze. Auf Platz sechs rangiert der Landtagsabgeordnete Stefan Berger vom Niederrhein. Er hatte sich Anfang Januar bei der CDU-Landesvorstandssitzung, in der ein Listenvorschlag gewählt wurde, gegen den langjährigen ostwestfälischen Europaabgeordneten Elmar Brok durchgesetzt. Mit 78,4 Prozent erhielt Berger in Siegburg das schlechteste Ergebnis aller 17 Kandidaten auf der Liste.

Anstelle von Brok, der nach der Enttäuschung im Landesvorstand und einer zweiwöchigen Bedenkzeit entschieden hatte, in Siegburg nicht nicht mehr für die Liste zu kandidieren, und um auch Ostwestfalen auf der Liste vertreten zu haben, wurde erst am Samstagmorgen kurzfristig die 50-jährige Birgit Ernst aus Werther bei Bielefeld ins Rennen geschickt. Mit 93,1 Prozent schaffte sie die Wahl auf Listenplatz sieben. Auf Rang acht steht Uwe Pakendorf aus Rösrath im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Bei der Wahl zum Europäischen Parlament vor fünf Jahren hatte die CDU bundesweit 35,3 Prozent erhalten, in Nordrhein-Westfalen waren es 35,6 Prozent. Damit konnte die NRW-CDU acht Abgeordnete ind das Parlament in Brüssel und Straßburg schicken.