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Autohaus Bässgen: Siegburger Traditionsunternehmen schließt nach 95 Jahren

Autohaus Bässgen : Siegburger Traditionsunternehmen schließt nach 95 Jahren

1921 wurde das Autohaus Bässgen an der Frankfurter Straße in Siegburg gegründet, seit 1969 ist es im Besitz der Familie Geilenberg. In zweiter Generation sehen die Betreiber keine Zukunft für ihr Haus - auch angesichts der allgemeinen Entwicklung innerhalb der Automobilbranche.

Nach 95 Jahren schließt das Autohaus Bässgen an der Frankfurter Straße, das im Jahr 1921 gegründet wurde und seit 1924 Vertragshändler und Servicepartner der Marke Opel war. Ende 1969 übernahm Georg Günter Geilenberg mit seiner Ehefrau Ingeborg die Firma, seit 1984 führt sein Sohn Volker zusammen mit Ehefrau Nadia das Unternehmen.

Die Groupe PSA (Peugeot Société Anonyme), ein französischer Automobilhersteller, zu dem neben Peugeot weitere Marken gehören, übernahm vor zwei Jahren Opel und kündigte laut Geilenberg alle Händlerverträge, um sie den neuen Erfordernissen anzupassen. "Durch die allgemeine Entwicklung in der Automobilbranche und angesichts des umfassenden Wandels der Mobilitätskonzepte sehen wir für unser Haus keine Zukunft mehr", stellen die Inhaber fest. Die Lage sei für eine vorausschauende Planung zu unsicher und daher eine Reaktion darauf nicht möglich. Als weitere Gründe nennt das Ehepaar, dass seine Kinder andere Wege gehen würden und es somit auch keine Nachfolger für den Betrieb gebe. "Außerdem entsprechen Standort und Struktur der Immobilie nicht mehr den heutigen Anforderungen und müssten mit großem finanziellen Aufwand angepasst werden", erklärt Nadia Geilenberg. So fehle unter anderem eine Stellfläche für Gebrauchtwagen, die derzeit in zwei Tiefgaragen untergebracht seien.

Endgültige Schließung im April 2020

Eine Ausdehnung des Betriebsgeländes ist aber nach ihren Worten durch die Lage mitten in der Siegburger Innenstadt nicht möglich. Daher habe man beschlossen, den von Opel angebotenen neuen Händlervertrag nicht anzunehmen. Die Zusammenarbeit endet zum 31. Dezember dieses Jahres, die endgültige Schließung ist für April 2020 vorgesehen. "Bis dahin soll alles abgewickelt sein", sagt Volker Geilenberg. Dazu gehören der Verkauf des Fahrzeugbestandes ebenso wie der von Werkzeugen und Spezialwerkzeugen. Verkauft werden aber auch noch Neuwagen, die bis zur Schließung lieferbar sind.

Was mit der Immobilie geschehen soll, wissen die Eheleute noch nicht. "Da wir Eigentümer sind, haben wir keinen Druck und können in Ruhe überlegen", erklären sie und betonen: "Wichtig ist uns, dass alle Mitarbeiter in eine gesicherte Zukunft schauen können und entsprechende Arbeitsstellen finden." Volker Geilenberg sagt, er sei zuversichtlich, denn der Arbeitsmarkt biete ausreichend Stellen für Fachkräfte, vor allem Kfz-Mechatroniker würden dringend gesucht. Eigene Zukunftspläne haben die Geilenbergs auch noch nicht. Nur, dass sie nach der Abwicklung "nicht mehr zwölf Stunden am Tag arbeiten" wollen.