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Eingeschränktes Angebot: Siegburger Stadtmuseum hat wieder geöffnet

Eingeschränktes Angebot : Siegburger Stadtmuseum hat wieder geöffnet

Nach der coronabedingten Schließung hat das Siegburger Stadtmuseum wieder geöffnet. Der Mindestabstand muss dabei eingehalten werden und auch ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht.

Pfeile auf dem Boden weisen den Weg, ein Band trennt Ein- von Ausgang und auch die Plexiglaswand an der Kasse ist neu. Die Zeichen sind unverkennbar: Wer das Siegburger Stadtmuseum besuchen möchte, muss sich an einige Auflagen halten. Sieben Wochen nach seiner coronabedingten Schließung hat das Haus am Markt seit Dienstag seine Türen wieder geöffnet. Maximal 30 Besucher dürfen zeitgleich unter Wahrung des Mindestabstands und mit Mund-Nasen-Schutz durch Humperdincks Geburtshaus wandeln.

Einige wenige haben in den ersten Tagen die Gelegenheit genutzt, berichtet Museumsleiterin Gundula Caspary. Ein Plakat informiert am Eingang über die Regeln für einen Museumsbesuch. Desinfektionsmittel steht bereit. „Den Aufzug dürfen maximal zwei Personen nutzen“, erklärt sie. Das Haus habe zudem den Reinigungstakt erhöht. „Türklinken und Bedienknöpfe an unseren Medienstationen werden mehrfach am Tag desinfiziert“, so Caspary. Im gesamten Haus gelte Maskenpflicht.

Räume der Wechselausstellung bleiben geschlossen

„Wir sind froh, dass wir das Angebot unserer Dauerausstellung zur Siegburger Stadtgeschichte wieder machen können“, sagt sie. Die Räume der Wechselausstellung bleiben hingegen verweist. Eigentlich sollten dort momentan Werke der Künstlerin Heike Negenborn zu sehen sein. „Wir haben uns entschieden, bis auf Weiteres mit den Ausstellungen auszusetzen“, sagt Caspary. Angesichts der Coronaschutzverordnung sei eine Vernissage momentan nicht möglich. „Die Eröffnungen sind aber ein entscheidender Faktor bei Präsentationen“, so die Museumsleiterin, die in engem Austausch mit den betroffenen Künstlern und auch anderen Ausstellungshäusern steht. „Erst, wenn bei allen die gängigen Strukturen wegbrechen, fällt auf, wie komplex das Netzwerk im Ausstellungsektor ist“, sagt Caspary, die die Präsentationen im Stadtmuseum mit einem Vorlauf von zwei Jahren plant.

„Sobald sich die Situation verbindlich stabilisiert, können wir wieder handeln und entscheiden, was wir für uns umsetzen können“, sagt die Museumsleiterin. Momentan sei nur ein ständiges Abwägen und ein sukzessives Herantasten an das Machbare möglich. Das gelte auch für Führungen und Veranstaltungen in Aula oder Forum: Ob Resonanzen-Konzerte, Kleinkunst, Museumsgespräche oder Poetry Slam, nichts findet aktuell statt. Die Projekte des interdisziplinären Kunstpreises „Beethoven reloaded“, den das Stadtmuseum zusammen mit dem Katholisch-Sozialen Institut ausgeschrieben hatte, waren die letzten öffentlichen Veranstaltungen im Haus. Danach schlossen sich dessen Türen, und das wechselnde, kulturelle Angebot ruht seither. Wann es weiter geht, ist offen.

Neugestaltung von Abteilungen

Die Geräuschkulisse an diesem Donnerstagmorgen verrät, dass das Stadtmuseum die momentane Situation auch nutzt, um Abteilungen neu zu gestalten. So wird etwa in der Keramik-Ausstellung gearbeitet und auch an der Vitrine zum 19. Jahrhundert. Die Medienstation in der Abteilung „Geologie“ präsentiert sich bereits neu. Der Museumsbesuch sei momentan anders, weiß Caspary. „Er bietet aber in der Corona-Pandemie eine schöne Alternative und die Möglichkeit, sich einmal ganz in Ruhe mit der Siegburger Stadtgeschichte zu befassen“, sagt sie. Und dabei Dinge ganz neu zu entdecken.

Das Siegburger Stadtmuseum, Markt 46, ist dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr sowie sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr auf www.stadtmuseum-siegburg.de