Siegburger Sankt Martin erlitt mehrere Knochenbrüche

Beim Aufsteigen verletzt : Siegburger Sankt Martin erlitt mehrere Knochenbrüche

Vize-Bürgermeister Lars Nottelmann - der eigentlich Sankt Martin in Siegburg sein sollte - hat sich beim Aufsteigen aufs Pferd verletzt. Nächstes Jahr will er einen neuen Anlauf wagen.

Den Arm in einer Schlinge, sitzt Lars Nottelmann am Tag nach dem Siegburger Martinszug schon wieder in seiner Kanzlei am Schreibtisch. Wie berichtet, sollte er eigentlich am Dienstagabend als Sankt Martin rund 2500 Schülern beim großen Zug durch die Innenstadt voran reiten.

Beim Aufsitzen stürzte er allerdings unglücklich, sodass er den Abend in der Ambulanz des Siegburger Krankenhauses verbringen musste, statt auf dem Rücken von Schimmel Malina. „Meine rechte Schulter und drei Rippen sind gebrochen“, sagt Vize-Bürgermeister Nottelmann am Mittwoch auf Nachfrage. Eine Operation bleibe ihm aber erspart.

Während die Kinder mit ihren Laternen durch Siegburg zogen, wurde Lars Nottelmann im Krankenhaus behandelt. Foto: Paul Kieras

„Es war ein blöder Unfall“, so der 42-Jährige. Er habe über eine Holzbank auf Stute Malina aufsteigen wollen. „Die Bank war nass, deswegen bin ich weggerutscht und gegen eine Wand gefallen“, so Nottelmann.

Das Pferd habe währenddessen still gewartet. Schnell sei ihm aber klar gewesen, dass aus seinem Auftritt als Sankt Martin nichts werden würde. Es wäre seine Premiere gewesen. Im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Franz Huhn angekündigt, nach vielen Jahren nicht mehr im Heiligenkostüm durch die Innenstadt reiten und zusammen mit Schimmel Pascha in den Ruhestand gehen zu wollen. Nottelmann sollte erstmals übernehmen.

Judith Schiller von der Gammersbacher Mühle in Lohmar sprang ein. Die erfahrene Reiterin war eigentlich nach Siegburg gekommen, um Schimmel Malina zu führen. „Das übernahm spontan eine meiner Mitarbeiterinnen“, sagt Nottelmann, der in Siegburg als Steuerberater arbeitet. Während seine Verletzungen in der Ambulanz des nahen Krankenhauses behandelt wurden, ritt Judith Schiller an seiner Stelle, eskortiert von vier Knappen und den Mädchen und Jungen aus fünf Siegburger Grundschulen, den zwei Gymnasien voran.

Am finalen Martinsfeuer auf dem Marktplatz hatte Franz Huhn dann mit seinem Vorsatz gebrochen und doch noch einmal ein wenig den Sankt Martin gegeben. Er sprach zu den Kindern und erinnerte daran, dass die alte Geschichte der Barmherzigkeit an Aktualität nichts eingebüßt hat.

„Ich bin schon traurig, dass es nicht wie geplant gelaufen ist“, sagt Nottelmann. Einen neuen Versuch im kommenden Jahr schließt der 42-Jährige nicht aus. „Wenn alles verheilt ist, möchte ich es gerne noch einmal ausprobieren“, so Nottelmann. Angebote für Reitstunden habe er auch schon erhalten.