Veranstaltung "Märchenhaftes Siegburg": Siegburger Marktplatz wird zur Märchenwelt

Veranstaltung "Märchenhaftes Siegburg" : Siegburger Marktplatz wird zur Märchenwelt

Einmal im Jahr gehören der Siegburger Marktplatz und das Stadtmuseum Dornröschen, Schneewittchen und Co. Bei der Veranstaltung "Märchenhaftes Siegburg" gab es Märchenerzähler, eine Stadtführung und eine Aufführung.

Diana Drechsler befestigt eine grüne Filzranke an ihrem langen Haar und schaut in einen kleinen Spiegel. „Schneewittchen bin ich nicht und auch nicht Dornröschen”, lacht die frühere Waldorflehrerin, die 1998 zu ihrer eigentlichen Berufung gekommen bist: Märchenerzählerin. In ihrem Dornröschenzelt gibt es Märchen mit Musik – und dies auch schon mal mit afrikanischen Trommeln. Wer bei Diana Drechsler nur die traditionellen Märchen von den Gebrüdern Grimm erwartet, wird überrascht und in eine märchenhafte Zauberwelt entführt.

Für ein Wochenende gehören der Marktplatz in Siegburg und das Stadtmuseum den Märchenfiguren – und den Kindern. Der Andrang im Schminkzelt ist groß. Dort gibt es Glitzertattoos, blaue Schwäne und rosa Einhörner auf den Oberarm oder einen Schmetterling direkt aufs Gesicht. Lange Schlangen wartender Eltern haben sich bereits gebildet.

Im vergangenen Jahr kamen rund 1500 Besucher

Heiß ist es und die Zelte sind schon um die Mittagszeit überfüllt. „Märchenhaftes Siegburg ist neben dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt und dem Internationalen Kinder- und Jugendfest im Herbst die dritte, feste Veranstaltung im Jahr, vor allem für Familien und Kinder”, erzählt Projektleiterin Dilan Cakmak. Im vergangenen Jahr kamen rund 1500 Besucher.

Im Stadtmuseum, wo am Nachmittag „Rotkäppchen“ gespielt wird, ziehen sich derweil die Prinzessinnen um: Dornröschen, die Froschkönigin im lindgrünen Kleid, Schneewittchen und die Schneeprinzessin. „Alle Märchenfiguren sind hier gut, auch die Hexe. Sie ist eine Kräuterhexe und auch die Schneekönigin ist nicht böse”, erzählt Tanja Rehner. Die 28-Jährige tritt als Cinderella auf. „Letztes Jahr war ich Prinz, in diesem Jahr bin ich Pirat”, sagt Daniel Wallasch, Student an der Sporthochschule Köln. „Als Pirat bin ich ein Schelm und darf jetzt ein bisschen Blödsinn machen, das mögen die Kinder. Ich möchte ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.” Um 12 Uhr ist es soweit: Kräuterhexe und Prinzessinnen präsentieren sich für ein Fotoshooting. Schneewittchen bietet den Kindern in einem Korb rotbackige, knackige Äpfel an. Obwohl sie sich beeilt zu sagen: „Die Äpfel sind nicht vergiftet”, lehnen die Kinder höflich ab. Nebenan lockt die Drachenlandhüpfburg, die viel zu klein ist für so viele Kinder. Die Eltern stehen schwitzend daneben. Viele mit einem schönen Foto im Handy: ihre Kinder Seite an Seite mit einer Märchenfigur.

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