Siegburger Literaturwochen: Programm mit Konstantin Wecker und Christian Berkel

Neues Konzept mit Musik : Das erwartet die Besucher der 40. Siegburger Literaturwochen

„Wir haben Texte geschrieben und uns gegenseitig vorgelesen“, beschrieb Bürgermeister Franz Huhn die Anfänge der Siegburger Literaturwochen. Nach 40 Jahren wurde das Konzept überarbeitet und erfüllt damit einen sehnlichen Wunsch der Besucher.

Da ist Musik drin: Die Siegburger Literaturwochen starten am 1. November mit einem neuen Konzept. Zum ersten Mal arbeitet die Stadtbibliothek mit Musikschule und Musikwerkstatt zusammen. Eine Onlinebefragung hatte nämlich ergeben, dass Besucher eine Mischung aus Sprache und Musik bevorzugen. "Es ist wieder eine Wende gelungen, die die Literatur in Siegburg lebendig bleiben lässt", sagte Bürgermeister Franz Huhn bei der Vorstellung des Programms. Er erinnerte an die Anfänge vor 40 Jahren: "Wir haben Texte geschrieben und uns gegenseitig vorgelesen." Daraus ist ein zweiwöchiges Festival mit 17 Veranstaltungen entstanden.

Zwei Lesungen im aktuellen Programm sind bereits ausverkauft: Konstantin Weckers "Poesie im Widerstand" und Christian Berkels Lesung seines Familienromans "Der Apfelbaum". Zum Auftakt gibt es eine Neuentdeckung, die Bibliotheksleiterin Christiane Bonse sehr am Herzen liegt: Alexandra Friedmann schreibt in "Sterben für Anfänger" über den Tod und das Erwachsenwerden. Sie liest an Allerheiligen, 1. November, ab 18 Uhr in der Trauerhalle des Siegburger Nordfriedhofs. Die Autorin erzählt die Geschichte von Rafik Shulman, Sohn jüdischer Einwanderer aus der einstigen Sowjetunion, der bei seiner Arbeit im Hospiz die todkranke, aber ungeheuer lebenslustige Charlotte kennenlernt. "Alexandra Friedmann findet schöne Sprachbilder, und man kann auch herzhaft lachen", sagte Bonse.

Programm von Piano bis Youtuber

Passend zum Konzept gibt es im Stadtmuseum mehrere Begegnungen von Wort und Ton: So begleitet Pianist Stanley Schätzke eine Lesung von Thekla Carola Wied aus Briefen von berühmten Eltern an ihre Kinder (Donnerstag, 7. November). Schauspieler Fritz Karl und das Streichquartett erkunden Amerika (Donnerstag, 14. November) und Schauspieler Andreas Durban liefert Texte von Zauberlehrling bis Erlkönig für einen musikalischen Balladenabend (Sonntag, 3. November). An das junge Publikum richtet sich der Auftritt von Youtuber Kayef, der bei einem Konzert sein neues Album Modus vorstellt (Freitag, 8. November).

Im Rahmen der Literaturwochen werden am Sonntag, 17. November, auch die Sieger des 31. Siegburger Kompositionswettbewerbs ausgezeichnet. Aufgabe war, ein Gedicht oder eine Ballade von Theodor Fontane für Singstimme und Klavier zu vertonen. Musikschulleiter Hans-Peter Herkenhöhner freut sich, "dass es erstmals einen Preisträger aus dem Rhein-Sieg-Kreis gibt". David Kühn aus Siegburg ist sogar ehemaliger Schüler der Musikschule. Er überzeugte die Jury mit einer "sehr konzentriert ausgearbeiteten Miniatur".

„Lesen spielt eine immer kleinere Rolle“

Nach jeder Veranstaltung darf das Publikum wieder abstimmen. Die Literaturwochen sollen sich weiterentwickeln, um attraktiv zu bleiben und ein volles Haus zu haben. "Ich muss ehrlich sagen: Es wird immer schwieriger. Die Preise für bekannte Autoren sind kaum zu bezahlen", sagte Christiane Bonse. Eines der Sorgenkinder sind die Schulvorstellungen, bei denen es noch freie Plätze gibt, obwohl alle Schulen mehrfach angeschrieben wurden.

"Es ist schwierig, bei den Schülern überhaupt Interesse zu wecken. Lesen spielt eine immer kleinere Rolle", so die Bibliotheksleiterin. Sie möchte kein Programm ausschließlich "für ein älteres Bildungsbürgertum" machen. Im Gegenteil: Demnächst werden die Regale leer geräumt. Die Schüler sollen dann ihren Bereich in der Stadtbibliothek nach eigenen Wünschen neu gestalten.

Das vollständige Programm gibt es unter Kultur auf www.siegburg.de. Karten gibt es im Vorverkauf bei Bonnticket, im Siegburger Stadtmuseum am Markt und in der Tourist-Information im Bahnhof Siegburg.

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