1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Sankt Servatius in Siegburg: Siegburger Kirche zeigt ihre Schätze

Sankt Servatius in Siegburg : Siegburger Kirche zeigt ihre Schätze

Jahrelang war der Kirchenschatz in Sankt Servatius für die Siegburger Bürgern unzugänglich, aufbewahrt hinter verschlossenen Türen und in geschlossenen Schubladen. Doch das ändert sich ab Mitte September.

Jahrelang war der Kirchenschatz in Sankt Servatius den Siegburger Bürgern unzugänglich, aufbewahrt hinter verschlossenen Türen und in geschlossenen Schubladen. Das soll sich nun ändern – mit der Eröffnung der neuen Schatzkammer auf der Südempore der Sankt-Servatius-Kirche am Sonntag, 18. September. Insgesamt fünf Schreine und 72 Exponate, darunter der Bischofsstab des heiligen Anno und andere Bischofsinsignien, sind dann während der Öffnungszeiten der Kirche jederzeit zugänglich.

„Ich glaube, es ist wichtig, dass die Menschen wissen, was für einen Schatz sie hier beherbergen“, sagte Pastor Thomas Jablonka am Freitag. Dabei stehe der Wert des Schatzes für die Stadtgeschichte deutlich über dem materiellen Wert: „Der Kirchenschatz besteht aus den alten Reliquien der Benediktiner.“ Als Erinnerung an die Heiligen seien sie für die Menschen im Mittelalter von großer Bedeutung gewesen. Das hat laut Jablonka dazu geführt, dass Wallfahrer in die Stadt kamen und für wirtschaftlichen Aufschwung sorgten.

Da der Kirchenschatz auf diese Weise über Jahrhunderte hinweg das Leben in der Stadt prägte, misst ihm auch Andrea Korte-Böger, Stadtarchivarin und Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förder des Michaelsberges, eine große Bedeutung bei. „Die wenigsten Siegburger wissen, dass dieser Schatz der frühere Abteischatz ist und wie er vom Michaelsberg in die Servatiuskirche gelangte“, sagt Korte-Böger.

Das will die Katholische Kirchengemeinde Sankt Servatius Siegburg nun mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Michaelsberges und des Erzbistums Köln ändern: So wird die feierliche Eröffnung der Schatzkammer mit Festmesse am 18. September, 17 Uhr, begleitet von einem zehntägigen Rahmenprogramm.

Mit der Eröffnung der Kammer soll die Nordempore eine neue Funktion erhalten: Mit Kunstausstellungen, Vorträgen und Konzerten sollen kulturell interessierte Menschen kommen. „Da ein traditionelles Gemeindeleben in einer Innenstadt kaum noch umzusetzen ist, müssen wir neue Wege gehen, um die Menschen zu erreichen“, erklärt Jablonka. Die erste Ausstellung „Menschenraum“ mit Kunstwerken von Maria Lehnen wird mit dem Katholisch-Sozialen Institut am Samstag, 10. September, eröffnet.