Ärger an der Bernhardstraße: Siegburger Bürger empört über verstümmelte Bäume

Ärger an der Bernhardstraße : Siegburger Bürger empört über verstümmelte Bäume

Die Bernhardstraße in Siegburg bietet weiterhin einen traurigen Anblick. 2018 versprach die Stadt Besserung. Jetzt wird geprüft, ob eine größere Umgestaltung des Bereichs nicht besser ist.

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Karl-Josef Schneider aus Kaldauen im Juni 2017 die beim Rückschnitt nach seinen Worten „barbarisch verstümmelten“ Zierkirschen am Walter-Mundorf-Stadion, Spielstätte des Siegburger Sportvereins (SSV 04), erstmals bemerkte und sich mit seiner Beobachtung auch an die Stadt wandte. Im Juni 2019 sieht es an der Bernhardstraße noch genauso aus wie 2017: Zum Teil abgestorbene Bäume und solche, die lediglich einige spärliche Triebe aufweisen, sind immer noch nicht durch neue ersetzt worden, wie von der Stadt 2018 angekündigt.

Stadtsprecher Jan Gerull hatte damals erklärt, die Bäume seien mit der Errichtung des Stadions im Rahmen der Gestaltung der Außenflächen angepflanzt worden, fielen aber nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt. Nach Einschätzung des städtischen Umweltamts wiesen die durchgeführten Arbeiten einen sehr starken Rückschnitt der Seitenäste auf. Erst anhand des Austriebverhaltens im Frühjahr 2018 könne abgeschätzt werden, ob eine Schädigung der Bäume vorliege. Das wurde auch Karl-Josef Schneider mitgeteilt.

Probleme beim Rückschnitt

Der beschwerte sich im Juni 2018, dass nichts geschehen sei und man ihm nach zweifacher Anfrage geantwortet habe, dass der Fall beim Umweltamt beziehungsweise der Grünflächenabteilung vorliege. Im gleichen Monat beanstandete er in einer E-Mail an den GA, dass es immer noch keine Ersatzpflanzung gegeben habe. „Das mangelnde Interesse der Zuständigen bei der Stadt an dem Vorfall ist empörend. Es handelt sich hier um öffentliches Grün im Straßenbereich, für das in erster Linie die Stadt zuständig ist. Möglicherweise ist dieser Baumverschnitt durch Beauftragte des SSV erfolgt. Egal wer der Verursacher war: Die bisherige Nichtreaktion der Stadt Siegburg ist nicht zu akzeptieren.“

Gerull räumte 2018 ein: „Nach dem letzten Rückschnitt müssen wohl zehn der 26 Bäume ersetzt werden.“ Die ausführende Firma habe dies ihrer Versicherung gemeldet, diese wiederum eine Schadensregulierung in Aussicht gestellt. Zuvor müsse aber ein Gutachter durch die Versicherung entsandt werden. Auf jeden Fall würden die verstümmelten Bäume ausgetauscht, so der Stadtsprecher, der betonte, die Verwaltung könne nicht immer auf jede Anfrage von Bürgern sofort und umfassend reagieren. Das bedeute aber nicht, dass sie untätig bleibe.

Bäume werden zum Versicherungsfall

Das wiederum bezweifelt Karl-Josef Schneider mittlerweile und schrieb im Mai 2019 erneut an den GA: „Obwohl es mir schwer fällt, erspare ich mir jeden Kommentar über die in diesem Fall zu Tage tretende Arbeitsweise der zuständigen städtischen Behörde. Die Situation ist amtlicherseits immerhin seit dem 21. November 2017 bekannt.“

Gerull teilte dem GA daraufhin auf Anfrage Anfang Juni mit: „Ein Gutachter hat den Baumschaden aufgenommen, das Ganze ist ein Versicherungsfall für die Firma, die den Schnitt durchgeführt hat. Derzeit sieht es so aus, dass die Verwaltung eine Neugestaltung des gesamten Pflanzstreifens – also nicht nur der Bäume – plant und hierfür mehrere Angebote eingeholt hat.“ Wenn feststehe, für welche Offerte man sich entschieden habe, „wird etwas passieren“, versicherte der Stadtsprecher dem GA.

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