Auf dem Marktplatz: Siegburg schaltet WLAN-Zugang frei

Auf dem Marktplatz : Siegburg schaltet WLAN-Zugang frei

London, München, Köln - und nun reiht sich auch Siegburg ein. Die Kreisstadt ist und bleibt zwar Kleinstadt, kann es aber sehr wohl mit den Großen aufnehmen: Sie hat am Dienstag auf dem Marktplatz einen öffentlichen WLAN-Zugang freigeschaltet.

Unter der Kennung "Hotspot.Siegburg" können sich bis zu 500 Nutzer gleichzeitig mit Smartphone, Tablet-PC und Laptop kostenlos ins Internet einwählen. Wenn sich der Hotspot bewährt, sollen ihm, laut Stadt, nach einer Testphase weitere folgen, so dass das Angebot irgendwann die gesamte Innenstadt abdeckt.

Der Versuch ist einfach: Wenige Sekunden nur, schon erweitert der "Hotspot.Siegburg" die Liste der verfügbaren WLAN-Netze. Eine weitere Berührung und die Anmeldung ist vollzogen, die Verbindung ins Internet steht. Eine Stunde lang kann der Nutzer nun im Netz unterwegs sein und dabei das eigene mobile Datenkontingent außer acht lassen.

"Danach wird die Verbindung gekappt und eine erneute Anmeldung ist erforderlich", erklärt Siegburgs Co-Dezernent Bernd Lehmann. Reine Vorsichtsmaßnahme, um das Herunterladen größerer Datenmengen zu verhindern. Nach eigenem Bekunden ist Siegburg die erste Kommune im Kreis, die einen eigenen Hotspot freischaltet.

Nur einen Tag nach der Stadt Köln, die seit Montag sechs Hotspots in der Innenstadt zur Verfügung stellt. Sechs weitere sollen im Laufe des Jahres folgen. Verantwortlicher Betreiber ist in Dom- wie Kreisstadt Netcologne. "Das Unternehmen sorgt dafür, dass der Jugendschutz gewahrt bleibt", so Lehmann.

Für Siegburg kommt die Hotspot-Freischaltung zum richtigen Zeitpunkt: "Rechtzeitig zur Festwoche unserer 950-Jahr-Feier, die am Wochenende beginnt", freut sich Bürgermeister Franz Huhn. So könne alles, was auf dem Markt geschehe, medial begleitet werden. Zudem verweist er auf einen Fotowettbewerb, den seine Stadt auslobt. Darin sind alle aufgerufen, ihre "Impressionen aus der Festwoche" im Foto festzuhalten und via Internet hochzuladen.

In absehbarer Zeit wird es auch eine eigene "SiegburgAPP" geben. Sie bietet neben aktuellen Meldungen aus der Stadtverwaltung, Kontaktdaten zu Rathausmitarbeitern, Links zu Veranstaltungen sowie einen Zugriff auf ein neues Anliegenmanagement. "Darüber können Bürger uns direkt mitteilen, was ihnen in der Stadt auffällt und wo sie Handlungsbedarf sehen", sagt Huhn.

Seit zehn Jahren gebe es ein entsprechendes Formular auf der Internetseite der Stadt. 50 bis 60 Mitteillungen gingen dort in der Woche ein - vom Loch in der Straße bis hin zu Rasenflächen, die noch einmal einen Schnitt bräuchten. Der Access-Point, dessen Technik sich in einem weißen, nur bei genauem Hinschauen sichtbaren Kasten an der Fassade des Stadtmuseums verbirgt, reicht so weit, wie er zu sehen ist, erklärt Bernd Lehmann.

Das heißt, der städtische Zugang zum Internet ist derzeit dem Marktplatz vorbehalten. Er kostet die Verwaltung binnen zwei Jahren einen hohen vierstelligen Betrag. Eine Investition, die sich lohnt, ist sich Bürgermeister Franz Huhn sicher: "Die junge Generation ist im Grunde ständig online, das ist eine Entwicklung, die wir mittragen müssen." Ein nächster Hotspot sei am S-Carré denkbar.

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