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Camp der Evangelischen Jugend: Siegburg - ein Sommermärchen

Camp der Evangelischen Jugend : Siegburg - ein Sommermärchen

Organisatoren und Gäste schwärmen in Superlativen: Mit einem gemeinsamen Gottesdienst auf dem Markt endete am Sonntag das viertägige Jugendcamp 2014 der evangelischen Jugend im Rheinland. Dort, wo es am Donnerstag auch begonnen hatte.

Ein wenig müde und erschöpft wirkten die Teilnehmer, aber immer noch war ihnen die Begeisterung und positive Stimmung der letzten Tage anzumerken, die sie in der ganzen Stadt gespürt und verbreitet haben.

Den Schlusspunkt des umfangreichen Programmangebots setzte der seit zwölf Jahren in der Kreisstadt wohnende Senegalese Aidara Seck mit seiner Band "Haware & Drum Cacao", ebenfalls in Deutschland lebende Musiker aus dem Senegal, am Samstagabend bei seiner Musikshow "Afrika in Concert".

u der hatte er auch Tänzer eingeladen, die wie Derwische über die Bühne wirbelten und die Zuschauer zum Mitmachen animierten. Noch ein Mal ließen sich die Jugendlichen und viele Besucher mitreißen. "53721 - deins" lautete das Motto des Camps, das eine Aufforderung sein sollte, sich im Gast-Zuhause Siegburg wohl zu fühlen.

Die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Betreuer waren ausnahmslos von der Organisation und den vielfältigen Möglichkeiten der Programmgestaltung begeistert. Alles klappte bestens, obwohl - aufgrund einer weit höheren Teilnehmerzahl als angenommen - improvisiert werden musste. Einige Räume, die für Workshops eingeplant waren, funktionierte man zu zusätzlichen Schlafräumen um, die davon betroffenen Veranstaltungen wurden abgesagt oder in andere Gebäude verlegt.

"Einfach klasse. Die Veranstaltungsorte lagen relativ nah beieinander, waren gut zu erreichen, alle hatten Spaß und waren motiviert und man kam ins Gespräch", fasste Nina Degenhardt (16) ihre Eindrücke zusammen. "Dass man so viele treffen und mit ihnen reden konnte, finde ich super", schwärmte Clemenz Scholzen (13) aus der gleichen Trierer Kirchenkreis-Gruppe von insgesamt 120 Jugendlichen.

Die Leiterin des evangelischen Jugendzentrums Frechen, Jacqueline Hartwich, die Kurse in Improvisationstheater gab, freute sich darüber, dass man in relativ kurzer Zeit "viel erleben" konnte, Das war auch der Grund, weshalb sich laut Jugendleiterin Virgina Flading, die mit "frisch konfirmierten" Mädchen im Alter von 14 Jahren aus Herchen nach Siegburg gekommen war, selbst ein Tagesausflug gelohnt hat.

Die überwiegende Zahl der Siegburger, die immer einmal vorbeischauten, begrüßte den Aufenthalt der weit über 3000 jungen Leute. "Es tut gut, einmal so viele junge Gesichter zu sehen, die frischen Schwung in unsere Stadt hineinbringen", waren sich zwei ältere Damen einig, die das pulsierende Leben auf dem Markt verfolgten und sichtlich genossen.

Ein "großartiges Fest", zeigten sich die Organisatoren durchweg zufrieden. "Friedliche, fröhliche und tanzende Jugendliche in der Fußgängerzone, wann erlebt man schon so etwas", freute sich Stephan Langerbeins, Leiter des Jugendreferats des Kirchenkreises an Sieg und Rhein.

Alle Veranstaltungen waren gut besucht, zum Teil sogar überfüllt. Das sah Nina Degenhardt nicht negativ, sondern ganz locker als Beweis einer hohen Akzeptanz. "Die Teilnehmer haben Spiritualität und Gemeinschaft im Camp gesucht und gefunden", schilderte Langerbeins seine Beobachtung, und Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer hofft, dass alle die Botschaft mit nach Hause nehmen, "deins" und "meins" zu unterscheiden und "gestärkt im Vertrauen auf Gott mutige Entscheidungen in ihrem Leben treffen."

Zum Dank an die Stadt und ihre Unterstützung überreichten die Gäste Bürgermeister Franz Huhn eine riesige Collage aus Fotos, die im Laufe der vier Tage von Teilnehmern gemacht wurden, die durch das Wappen Siegburgs blickten, bei dem Gesicht und Oberkörper des Erzengels Michael ausgeschnitten sind. Huhn betonte, das Jugendcamp sei eine Bereicherung für die Stadt gewesen und bleibe in bester Erinnerung.