Beethovenfest Bonn: Sieben Konzerte spielen im Rhein-Sieg-Kreis

Beethovenfest Bonn : Sieben Konzerte spielen im Rhein-Sieg-Kreis

Zwischen dem 6. und 29. September veranstaltet das Beethovenfest Bonn im Rhein-Sieg-Kreis sieben Konzerte an sechs Spielorten: Die Deutsche Streicherphilharmonie spielt dabei unter anderem auch in Troisdorf und Rheinbach.

Ob Nike Wagner bei ihrem Bashing des Bonner Publikums auch das im Rhein-Sieg-Kreis im Sinn hatte? Wahrscheinlich schon. Dennoch begrüßte sie die Runde, die das Programm des Beethovenfestes in der „Heimatregion“ des Komponisten vorstellte, mit einem „Großen Hallo!“. Zwischen dem 6. und 29. September veranstaltet das Beethovenfest Bonn im Rhein-Sieg-Kreis sieben Konzerte an sechs Spielorten: Die Deutsche Streicherphilharmonie spielt dabei nicht nur in der Stadthalle Troisdorf, sondern auch in zwei neu dazugewonnenen Spielstätten – in der Jungholzhalle Meckenheim und dem Stadttheater Rheinbach.

Mit zwei Konzerten im Stadtmuseum Siegburg, einem Konzertabend im Steigenberger Grandhotel auf dem Petersberg und einer Aufführung der Kammeroper München in der Rhein-Sieg-Halle Siegburg präsentiert sich das Beet-hovenfest Bonn zudem an bereits etablierten Spielorten.

Mag also sein, dass es an diesen Spielorten so ist, wie Wagner meint, dass es das Bonner Publikum haben möchte: „altmodisch, romantisch, kuschelig schön.“ So beschrieb sie es zumindest in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Bei der Präsentation des Programms gab sich die Intendantin versöhnlicher und konzentrierte sich auf die „kostbaren Raritäten“.

Landrat Sebastian Schuster konnte sich einen Seitenhieb gegen Bonn nicht verkneifen: Er habe dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan schon die Unterstützung des Kreises angeboten, „wenn es mit den Spielstätten in Bonn eng wird“. Schließlich falle die Beethovenhalle ja im Jubiläumsjahr 2020 aufgrund der Sanierungsproblematik aus, und auch das WCCB werde nicht im vollen Umfang zur Verfügung stehen. Immerhin steuere der Kreis auch 1,5 Millionen Euro für die Jubiläumsfeiern bei.

Die Förderung fürs Beethovenfest liegt bei jährlich 50.000 Euro, die Kreissparkasse bezuschusst das Fest mit 45.000 Euro. Eine zusätzliche Finanzspritze kommt von der Sparkassen-Kunststiftung Rheinland, deren Geschäftsführerin Dorothée Coßmann die „hohe Programmqualität“ lobte, die auch Publikum außerhalb der Region nach Bonn locke.

Menschen aus dem Rhein-Sieg-Kreis sind euphorisch

Dettloff Schwerdtfeger, Kaufmännischer Geschäftsführer des Beethovenfestes, sagte, sie erlebten immer wieder die „Euphorie bei den Menschen, wenn das Beethovenfest auch in die Orte des Rhein-Sieg-Kreises kommt“. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln, Alexander Wüerst, betonte, dass es seiner Institution nicht nur wichtig sei, Kultur „barrierefrei erreichbar“, sondern auch die Eintrittspreise durch den Zuschuss „für eine möglichst große Anzahl von Musikliebhabern erschwinglich“ zu machen.

Wagner freute sich über die drei Auftritte der Deutschen Streicherphilharmonie. Den Auftakt macht sie am Donnerstag, 12. September, in der Stadthalle Troisdorf. Auf dem Programm steht neben Mozarts Kleiner Nachtmusik auch der Dritte Satz aus dem Streichquartett Nr. 16 F-Dur op. 135 von Beethoven, den der Komponist selbst auf einem Skizzenblatt als „Süßer Ruhegesang oder Friedensgesang“ beschrieb. Wagner schwärmte: Das mit einem Adagio beginnende Stück sei aufgrund des stetig steigenden Tempos ein ungewöhnliches Werk, hier erklingt nun der langsame Variationensatz. Außerdem stehen Max Bruchs posthume Serenade und die an Tänzen aus dem 16. Jahrhundert orientierte „Capriol Suite“ (1926) des Briten Peter Warlock auf dem Programm. Teile davon werden auch in der Meckenheimer Jungholzhalle aufgeführt: am Samstag, 14. September.

Nocturne V steht als Thema über dem Konzert der Blockflötistin Dorothee Oberlinger, die am Sonntag, 15. September, ab 18 Uhr in der Rotunde des Steigenberger Grandhotels Petersberg mit dem Barockensemble Sonatori de la Gioiosa Marca spielt. Das Programm weist Vielfalt auf – mit Werken von Antonio Vivaldi bis zum Jazzpionier Thelonious Monk. Ebenfalls am Sonntag, 15. September, ist das Konzert des Pianisten Christoph Berner mit der Deutschen Streicherphilharmonie im Stadttheater Rheinbach: zu hören sind Werke von Bach, Chopin, Beethoven und Schostakowitsch. Der junge Pianist Tomoki Kitamura gewann vor zwei Jahren die International Telekom Beethoven Competition Bonn. Am Samstag, 21. September, ist er unter anderem mit Beethovens monumentaler Hammerklavier-Sonate op. 106 im Stadtmuseum Siegburg zu hören. Diese kommt am Sonntag, 22. September, noch einmal zur Aufführung – dann aber mit Ronald Brautigam am Hammerklavier. Mit neuen frechen Zwischentexten führt die Kammeroper München die komische Oper „Die Welt auf dem Monde“ mit einem Libretto von Carlo Goldoni und der Musik von Joseph Haydn auf: am Freitag, 27. September, in der Rhein-Sieg-Halle. Gut 60 Prozent der insgesamt 3100 Tickets sind Schwerdtfeger zufolge bereits verkauft.

Das komplette Programm ist unter www.beethovenfest.de einzusehen. Tickets gibt es in den Bonnticket-Vorverkaufsstellen.

Mehr von GA BONN