63 Bäume fallen: Seilbahn arbeitet am Siegburger Michaelsberg

63 Bäume fallen : Seilbahn arbeitet am Siegburger Michaelsberg

Die Stadt Siegburg beginnt am Montag mit den Forstarbeiten am Hang oberhalb des Mühlentorparkplatzes. Dann rückt eine Spezialfirma aus Göttingen an.

Ob nun Hubschrauber oder Seilbahn: Am Michaelsberg sind beide Transportmittel eher ungewöhnlich. Und so erwartet die Siegburger ab Montag im Hang oberhalb des Mühlentorparkplatzes ein in ihrer Stadt bisher wohl einzigartiges Spektakel: Wenn es die Witterung zulässt, rückt dann eine Spezialfirma aus Göttingen an, um mithilfe einer Seilbahn Bäume aus dem Hang zu holen. Eine Woche ist dafür angesetzt – und der Rundweg unterhalb des Hangs bleibt so lange gesperrt. Das teilte die Stadt Siegburg mit. Auf den Mühlentorparkplatz habe die Aktion keine Auswirkungen.

Wie die Seilbahn genau arbeitet, vermag Ralf Beyer, Leiter des Siegburger Grünflächenamtes, selbst noch nicht zu sagen. Nur so viel: „Es ist keine Forstseilbahn, sondern eine, die auf die sogenannte Rigging-Technik setzt.“ Diese Technik sei sehr viel schonender für den Hang. Und darauf komme es bei den Fällungen an. Wie berichtet, wächst unterhalb des Johannistürmchens das auf der Roten Liste stehende „Efeu-Sommerwurz“, das geschützt werden soll. Zudem fürchtet das Grünflächenamt, dass sich bei einer herkömmlichen Fällung der Pioniergehölze – überwiegend Akazien und Ahornbäume – Geröll lösen könnte. Und zu Boden fallende Bäume könnten auch die Stabilität einer Stützmauer gefährden.

Alles Gründe, die die Stadt ursprünglich dazu bewogen hatten, auf einen Hubschrauber zu setzen. Wie berichtet, sollte der im Oktober 63 Bäume aus dem Hang holen. Der Plan war indes kurzfristig an einer fehlenden Genehmigung durch die für die Luftaufsicht zuständige Bezirksregierung Düsseldorf gescheitert. Die Verwaltung musste neu überlegen, da die Aufforstung des Hanges aus Sicherheitsgründen unabdingbar ist – und setzt nun auf eine Seilbahn. Die holt 50 kleinere Bäume mit einem Stammumfang von zehn bis 25 Zentimetern sowie ein Dutzend abgestorbene Bäume mit einem Umfang von maximal einem halben Meter aus dem Hang.

Die Aktion ist Teil des Michaelsbergkonzepts, das 2013 zusammen mit Siegburger Bürgern erarbeitet wurde. Dessen Ziel ist es, den Berg schöner und sicherer zu machen. Im städtischen Haushalt sind dafür insgesamt rund sieben Millionen Euro vorgesehen.

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