Naturprojekt in NRW: Schüler setzen Lachse in der Sieg aus

Naturprojekt in NRW : Schüler setzen Lachse in der Sieg aus

Kinder und Jugendliche von Siegburger Schulen nehmen an Naturprojekt teil. Im Herbst hatten die zwei Klassen bereits einen Tag an der Sieg verbracht und dort die Rückkehr der ausgewachsenen Lachse beobachtet.

Mit Gummistiefeln und einem Handtuch in der Tasche begann am Freitag der Schultag von zwei Klassen aus Siegburg. Für sie fand der Unterricht an der Sieg statt, wo sie alles über das Leben des Wanderfisches Lachs lernten. Höhepunkt des Projekts sollte das Freilassen von jungen Lachsen in den Fluss werden, doch die hohen Temperaturen führten dazu, dass ein Großteil der Fische verendete.

Die im Wildlachszentrum Rhein-Sieg nahe der Wahnbachtalsperre künstlich vermehrten Junglachse haben die Temperaturunterschiede nicht vertragen. Die Fische brauchen sauerstoffreiches, kühles Wasser. Die Hitze am Siegufer bekam vielen Junglachsen nicht. Drei Schüler hatten das Glück, noch eine Handvoll Fische in freier Natur aussetzen zu können. „Ich fand es toll, Fische ins Wasser lassen zu dürfen. Ich hoffe, dass wir noch einmal an der Aktion teilnehmen und nächstes Jahr dann die ganze Klasse ins Wasser kann“, sagte der 13-jährige Gino Cugaly.

Weniger Lachse als geplant

Zu Beginn der Aktion am Morgen war noch von insgesamt 1500 Fischen die Rede. Doch nach Angaben von Marion Meitzner von der Wasserlauf-Stiftung für Gewässerschutz und Wanderfische NRW, wurden nur 500 geliefert. Sie bedauerte, dass viele Fische nicht ausgesetzt werden konnten: „Das ist uns in über zehn Jahren noch nie passiert. Es ist wirklich schade für die Kinder, aber wir lernen daraus, dass wir die Aktion in Zukunft nicht mehr an so heißen Tagen organisieren werden“, so Meitzner.

Die Schüler der Gesamtschule Siegburg und der Grundschule Zange-Deichhaus schienen dennoch Spaß zu haben. Sie bekamen eine Führung durch das „Wissenshaus Wanderfische“, lernten dort den Lebenszyklus von Lachsen kennen und bekamen erklärt, welche Folgen Überfischung haben kann. „Danach durften wir in die Sieg und haben mit einem Kescher kleine Tiere gefangen. Die haben wir dann beobachtet und die Arten bestimmt“, erklärte die 13-jährige Lara Siebenmorgen.

Lust auf mehr

Im Herbst hatten die zwei Klassen bereits einen Tag an der Sieg verbracht und dort die Rückkehr der ausgewachsenen Lachse beobachtet. Die Schüler können sich jetzt als „Lachspaten“ bezeichnen und unterstützen damit das Artenschutzprogramm Lachs. „Wir wollen die Kinder für den nachhaltigen Gewässerschutz sensibilisieren“, so Meitzner. In Zusammenarbeit mit den Naturpädagogen des Projekts „FINNE – Fischwelt in NRW neu entdecken“ findet der Workshop seit elf Jahren statt. Insgesamt werden jährlich etwa 400 000 Lachse in die Sieg gelassen. Die Tiere schwimmen bis in den hohen Norden, etwa ein Prozent kehrt in die Sieg zurück.

„Wir wollen auch in den nächsten Jahren wieder an dem Projekttag teilnehmen“, sagte Jutta Zehschnetzler, Lehrerin an der Gesamtschule Siegburg, die gute Erfahrungen gemacht hat. Der Workshop passe in den Lehrplan – die Kinder haben vorher den Wasserkreislauf durchgenommen.

Die 14-jährige Kimberly Jaedeke hat sich gefreut, neue Tiere kennengelernt zu haben und hofft, mit der Aktion auch etwas bewirken zu können: „Wir erzählen das, was wir gelernt haben, weiter und hoffen, dass andere Menschen auf das Thema aufmerksam werden. In Zukunft möchte ich solche Projekte auch unterstützen, damit die Lachse gesund bleiben.“

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