Einsatz für Schulen im Rhein-Sieg-Kreis: Schüler des Anno-Gymnasiums gründen Bezirksvertretung

Einsatz für Schulen im Rhein-Sieg-Kreis : Schüler des Anno-Gymnasiums gründen Bezirksvertretung

Schüler des Anno-Gymnasiums initiieren die Gründung der Bezirksschülervertretung Rhein-Sieg. Die Vertretung will sich unter anderem für eine einheitliche Handyregelung an den Schulen im Rhein-Sieg-Kreis einsetzen.

Auf Initiative des Schülersprechers des Anno-Gymnasiums Siegburg, Henrik Küper, und seines Mitschülers Leon Nuss wurde auf der ersten Bezirksdelegiertenkonferenz die Bezirksschülervertretung (BSV) Rhein-Sieg gegründet. Rund 60 Schülervertreter aus 20 Schulen im Rhein-Sieg-Kreis waren der Einladung der beiden ins Anno-Gymnasium gefolgt, um eine Satzung sowie eine Geschäftsordnung zu verabschieden und ihre Stellvertreter zu wählen. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Delegierten für Küper als Bezirkssprecher und für Jendrik Krick, Schülersprecher des Georg-Kerschensteiner-Berufskollegs in Troisdorf, als seinen Stellvertreter. Leon Nuss wurde zum Finanzreferenten der BSV gewählt.

Grund für die Gründungsinitiative war nach den Worten von Küper und Nuss die Rückkehr ihrer Schule von G8 zu G9 im nächsten Schuljahr. Bislang gab es in der Sekundarstufe I fünf Schuljahre, in der Oberstufe drei. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Sekundarstufe I um ein Schuljahr auf sechs Schuljahre erweitert, sodass die Gesamtregelschulzeit in den Sekundarstufen I und II neun Jahre beträgt. Das hat laut Küper zum Beispiel in Bezug auf steigende Schülerzahlen – wenn auch erst in einigen Jahren – und zusätzlichen Raumbedarf Konsequenzen. Ihnen sei bewusst geworden, dass es 60.000 Schüler aller Schulformen im Kreis gebe, was zehn Prozent der Gesamtbevölkerung entspreche. „Deren Interessen möchten wir in der BSV vertreten, denn mit der können wir mehr erreichen als die einzelnen Schulen“, nennen Küper und Nuss den Grund für die Gründung. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte bislang keine Bezirksschülervertretung. Somit wurden ihrer Meinung nach die Wünsche, Forderungen und Ideen der Schülervertretungen nicht oder nur unzureichend gehört. Konkrete Aufgaben haben die Delegierten dem Vorstand auch schon übertragen. So soll eine Empfehlung zur einheitlichen Handyregelung erstellt werden, die dann in den einzelnen Schulen durch die Schülervertretungen umgesetzt werden kann. „Derzeit hat beispielsweise die Unterstufe absolutes Handyverbot, die Oberstufe darf es in den Pausen nutzen“, berichtet Küper, der es für richtig hält, „dass Schulen die Nutzung nicht generell verbieten, sondern den Umgang mit dem Handy beibringen.“

Außerdem will man in der BSV eine Petition starten, damit auch Oberstufenschüler Hitzefrei bekommen können. Weitere Themen könnten laut Küper und Nuss einheitliche Standards in der Ausstattung der Schulen sein, für die man sich einsetzen will. Darüber hinaus steht der Umweltschutz auf der Agenda. Schulintern möchte die BSV erreichen, dass die jeweiligen Schülervertreter Verbesserungsvorschläge für die Lehrpläne einbringen und zumindest beratend mitwirken können.

Leon Nuss hat auch bereits eine Sitzung des Schulausschusses des Rhein-Sieg-Kreises besucht. Dort habe man die Gründung der BSV „sehr positiv angenommen“, wie er berichtet. Einen ersten Erfolg kann die noch junge BSV schon verzeichnen. „Der Kreis hat uns eingeladen, an einem Konzept zur Berufs- und Studienorientierung mitzuarbeiten“, so Küper.

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