1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Schnellbusse im Rhein-Sieg-Kreis: Ausbau für 3,3 Millionen Euro

3,3 Millionen Euro Förderung : Der Rhein-Sieg-Kreis will ein Schnellbusnetz aufbauen

Der Nahverkehr Rheinland fördert den Ausbau der Schnellbuslinien jährlich mit 3,3 Millionen Euro. So sollen Städte im Kreis besser und direkt verbunden werden. Die Verwaltung priorisiert fünf Linien.

Im Rhein-Sieg-Kreis soll ein Schnellbusnetz aufgebaut werden. Die Verwaltung soll daher bis zum 31. März einen Förderantrag beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) stellen, damit die Linien bei Bewilligung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 ihren Betrieb aufnehmen können. Das beschloss der Kreis-Ausschuss für Planung und Verkehr einstimmig in seiner jüngsten Sitzung.

Der NVR hat das Förderprogramm „Regionale Schnellbusse“ gestartet, für das jährlich bis zu 3,3 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Förderrichtlinie des Verbandes enthält 49 grundsätzlich förderfähige Verbindungen zwischen Städten im Verbandsgebiet, 18 davon entfallen auf den Rhein-Sieg-Kreis. Die Kreisverwaltung hat innerhalb dieser Verbindungen 27 einzelne Routen für den Rhein-Sieg-Kreis erarbeitet und fünf von ihnen in die erste Ausbaustufe aufgenommen. Dazu zählen die Verbindungen zwischen Siegburg, Seelscheid, Much und Marienfeld, zwischen Hennef, Neunkirchen, Much und Overath, zwischen Hennef, Ruppichteroth und Waldbröl, zwischen Hennef, Uckerath und Asbach sowie zwischen Bad Honnef, Windhagen und Asbach. Über welche Straßen diese führen würden, ist noch unklar.

Die Priorisierung sei notwendig, da ein regionales Schnellbusnetz im Kreis nur schrittweise realisiert werden könne, heißt es von der Verwaltung. Grund seien der Planungsaufwand, die Vorlaufzeit für Fahrzeug- und Personalbereitstellung, mögliche vorab notwendige Infrastrukturmaßnahmen und die finanziellen Rahmenbedingungen. Die 18 potenziellen Verbindungen seien daher auf ihre kurzfristige Realisierbarkeit hin überprüft worden.

Kritik an Priorisierung der Verwaltung

„Das ist eine gute Entwicklung“, sagte Dietmar Tendler (SPD). Sein Parteikollege Tobias Leuning begrüßte die Idee ebenfalls, kritisierte jedoch die Auswahl der Verwaltung. „Ich bedauere, dass keine der fünf Linien das Linksrheinische betrifft“, sagte er. Leuning plädierte dafür, dass die Linie zwischen Erftstadt, Weilerswist, Heimerzheim, Buschhoven und Bonn-Duisdorf noch als sechste Linie in die Prioritätenliste aufgenommen wird. Die Linie führe durch drei Kreise sowie die Stadt Bonn und hätte daher eine „echte Vernetzungswirkung“, sagte er. Friedrich Wilhelm Kuhlmann (FDP) unterstützte das Anliegen. Aufgrund des absehbar langen Zeitaufwands einer Koordination zwischen den vier ÖPNV-Auftraggebern hatte die Verwaltung jedoch empfohlen, die Linie zurückzustellen. Die Mehrheit im Ausschuss lehnte den Vorschlag von Leuning schließlich ab.

Grüne und CDU wollen sich nach eigenen Angaben jedoch dafür einsetzen, die Linie auch ohne Zuschüsse des NVR zu realisieren Die Linie 845 über Heimerzheim wurde bereits im Zuge des bis Ende 2020 befristeten Projekts Lead City verdichtet. Die Politik hofft auf eine weitere Förderung durch den Bund über das Jahresende hinaus.

Dass der NVR direkt die fünf Linien im Kreis fördert, glaubt André Berbuir, Fachbereichsleiter Verkehr und Mobilität, ohnehin nicht. „Wir können froh sein, wenn wir eine oder zwei Linien platzieren“, sagte er. Generell sei das Projekt auf lange Zeit angelegt. „Wir werden es nicht schaffen, die fünf Linien schnell abzustimmen“, sagte Berbuir. Ute Krupp (SPD) bemängelte dies. „Das Problem mit den Staus wird immer größer. Da wird uns noch hören und sehen vergehen“, sagte sie und ergänzte: „Eine Linie wird nichts ändern. Es geht alles viel zu langsam, da muss mehr passieren.“