Ausbau von Betruungsplätzen: Rhein-Sieg-Kreis steigt aus Little Bird aus

Ausbau von Betruungsplätzen : Rhein-Sieg-Kreis steigt aus Little Bird aus

Die Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis bekommen keine einheitliche Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren, sondern nennen ihren Bedarf weiterhin selbst. Allerdings bleibt das 30-Prozent-Ziel für unter Dreijährige erhalten.

Die Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis bekommen keine einheitliche Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren. Der Jugendhilfeausschuss hat sich dem Votum der Bürgermeister aus den Gemeinden ohne eigenes Jugendamt angeschlossen, wonach die Betreuung individuell und bedarfsgerecht angepasst werden soll.

Die SPD scheiterte mit einem Antrag, die angestrebte U3-Betreuung in Kitas bis 2025 von 30 auf 40 Prozent zu erhöhen. „Kitas sind sehr viel teurer als die Tagespflege. Deshalb brauchen wir eine durchschnittliche Quote von 40 Prozent als Planzahl für den Kreishaushalt“, hatte Susanne Sicher (SPD) argumentiert.

Die Zahlen für das kommende Kindergartenjahr fallen recht unterschiedlich aus: In Alfter und Much wird eine U3-Quote in Kitas von 25 Prozent erreicht, in Wachtberg und Windeck von 24 Prozent. Swisttal bietet 27 Prozent, Neunkirchen-Seelscheid sogar 38. Hinzu kommen noch die Plätze bei Tageseltern, besonders viele in der Gemeinde Alfter, die so insgesamt auf eine Betreuungsquote von 47 Prozent kommt. Zum Vergleich: In Sankt Augustin hat der städtische Jugendhilfeausschuss eine Betreuungsquote von 50 Prozent für Kinder unter drei Jahren als Ziel festgesetzt. Im Siegburg sind es in Kitas und Tagespflege bereits insgesamt 46 Prozent.

Die Verwaltung hatte dem Ausschuss eine Übersicht zusammengestellt, wie viele Fördermittel seit März 2016 in den Kindergartenausbau geflossen sind. Rund 2,5 Millionen Euro vom Land und rund sechs Millionen Euro vom Kreis sind größtenteils ausgezahlt. „Es ist eine wunderbare Leistungsschau, was schon alles erfolgt ist“, sagte Kreisdezernent Thomas Wagner.

Es gebe aber nach wie vor einen „großen Ausbaudruck“. Die aktuell geplanten 31 Kita-Gruppen, für die es einen Finanzierungsbeschluss gibt, wurden in der Sitzung noch einmal um vier bis fünf Gruppen aufgestockt. So soll zum Beispiel die geplante Kita „Alte Molkerei“ in Wachtberg vier statt drei Gruppen bekommen.

Auch wenn die Kommunen bei den Bedarfsplanungsgesprächen mit dem Kreisjugendamt ihre Wünsche anmelden können: Die Beschlüsse soll auch künftig der Jugendhilfeausschuss fassen. Der pauschale Kostenrahmen für die Planung und spätere Bewilligung neuer Kindergartengruppen wird auf bis zu 850.000 Euro je Gruppe begrenzt.

Rhein-Sieg-Kreis verabschiedet sich von "Little Bird"

Eltern können ihre Kinder künftig über das neue „Kitaportal Rhein-Sieg-Kreis“ für einen Betreuungsplatz anmelden. Es ersetzt das Anmeldesystem „Little Bird“, das seit 2016 in den vom Kreisjugendamt betreuten Kommunen Neunkirchen-Seelscheid, Much, Ruppichteroth, Eitorf, Windeck, Alfter, Swisttal und Wachtberg im Einsatz war. Träger und Leitungen der Kitas haben das neue System „Kita-Plus“ Ende März kennengelernt und stehen einem Wechsel laut Kreisverwaltung positiv gegenüber. Ab Mitte Juni werden jeweils zwei Mitarbeiterinnen jeder Kindertagesstätte geschult. Danach wird „Little Bird“ abgeschaltet, der Vertrag ist bereits gekündigt.

„Die Zeit nach Abschaltung des Portals werden die Kindertagesstätten dazu nutzen, die vorhandenen Daten in das neue System zu migrieren“, so die Verwaltung. Dies erfolge zum überwiegenden Teil automatisiert.

Außerdem können die Kindergärten die Präsentation ihres individuellen Profils im neuen Portal gestalten. Am 1. September soll das „Kitaportal Rhein-Sieg-Kreis“ an den Start gehen. Der Jugendhilfeausschuss hatte sich im November 2018 für einen schnellen Wechsel ausgesprochen. Der angestrebte Zeitplan kann laut Verwaltung eingehalten werden.

Das neue Anmeldeportal ist ab 1. September unter www.kitaportal-rhein-sieg-kreis.de erreichbar.

Mehr von GA BONN