Rhein-Sieg-Kreis: SPD will ticketfreien Nahverkehr

Was kommt nach dem 365-Euro-Ticket? : SPD will ticketfreien Nahverkehr im Rhein-Sieg-Kreis

Die SPD-Kreistagsfraktion des Rhein-Sieg-Kreises sieht im 365-Euro-Ticket nur einen "wichtigen Zwischenschritt". Langfristig streben sie einen ticketfreien Nahverkehr an.

Zurzeit überschlagen sich die Meldungen zum 365-Euro-Ticket im Nahverkehr. In diesem Jahr fördert der Bund fünf Modellstädte, darunter die Bundesstadt Bonn, die für ein Jahr ein Ticket für einen Euro pro Tag anbieten. Die Resonanz in Bonn ist ziemlich verhalten - vor allem, weil Pendler in oder aus dem Rhein-Sieg-Kreis dieses Angebot nicht nutzen können: Es gilt nur für das Bonner Stadtgebiet.Bei einer möglichen zweiten Runde wollen sich Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam bewerben.

"Wir wollen Modellregion für das neue Förderprogramm des Bundes zum 365-Euro-Ticket für ÖPNV werden. Diese Chance dürfen wir nicht verstreichen lassen", sagte Dietmar Tendler, Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Er begrüßt, dass sich Landrat Sebastian Schuster (CDU) für eine Bewerbung ausgesprochen habe. "Wir kämpfen seit Jahren für das 365-Euro-Ticket in unserer Region - bisher ist das immer am Widerstand von Schwarz-Grün im Kreistag gescheitert", meinte Tendler.

Grüne im Bundestag fordern Ein-Euro-Tagestickets

Unterdessen hat die SPD-Bundestagsfraktion in ihrem Klimaschutzkonzept die Einführung eines Nahverkehrstickets zum Preis von einem Euro pro Tag aufgenommen. Kommunen sollten "bei der schrittweisen Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets" unterstützt werden, heißt es in einem 30-seitigen Entwurf der SPD-Bundestagsfraktion. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat sogar bundesweite Ein-Euro-Tagestickets für Busse und Bahnen gefordert.

Jeder Verkehrsverbund in Deutschland solle ein solches Ticket einführen und Schüler und Auszubildende sollen gratis mitfahren. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat ausgerechnet, wie teuer ein 365-Euro-Ticket für einzelne Städte wäre: In den Kommunen der Rhein-Ruhr-Region würde das einen Förderbedarf von insgesamt mehr als 240 Millionen Euro jährlich auslösen. "Wir haben im VRS als SPD Rhein-Sieg bereits vor einigen Monaten gegen die Preiserhöhungen gestimmt, denn unser Ziel ist klar: Das 365-Euro-Ticket ist ein wichtiger Zwischenschritt hin zu einem komplett ticketfreien Nahverkehr - nicht nur im Sinne einer verbesserten Mobilität, auch im Sinne des Umweltschutzes", so Ute Krupp, Geschäftsführerin der SPD-Kreistagsfraktion.

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