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Rhein-Sieg-Kreis: Kommunen versorgen Hundehalter mit Kotbeuteln

Rhein-Sieg-Kreis : Kommunen versorgen Hundehalter mit Kotbeuteln

Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis versorgen Hundehalter mit Hundekotbeuteln, um das Stadtbild sauber zu halten. Nicht immer halten sich Frauchen und Herrchen an die Regeln, wenn es um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner geht.

Es gibt sie in Grün, Schwarz oder Blau, aus Kunststoff, aus Pappe oder aus kompostierbarem Material – Hundekotbeutel sollte jeder Hundebesitzer dabei haben. Nicht immer begegnen sie einem als kleine Rollen für die Jackentasche, wie man sie in jedem Drogeriemarkt kaufen kann. Viele Kommunen bieten als Service Hundekotbeutelspender an. Wenn Herrchen oder Frauchen dann aber auf ihrem Weg keinen Mülleimer finden, verlieren sie schnell die Lust und schmeißen die Beutel in den Wald oder auf die Wiese.

 „Das ist für alle unerfreulich“, sagt Eva Stocksiefen. Die Sankt Augustiner Stadtsprecherin weist darauf hin, dass Hundehalter verpflichtet sind, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner überall im Stadtgebiet zu entfernen. „Das gilt auch für die freie Natur“, betont sie. In Sankt Augustin gibt es 16 Beutelspender, etwa am Bahnhof, in Parks oder an der Hundefreilaufwiese. Mehr sollen es laut Stockhausen auch nicht werden. „Der Personaleinsatz dafür ist relativ hoch. Zwei- bis dreimal pro Woche müssen sie nachgefüllt und die Mülleimer entleert werden“, sagt die Stadtsprecherin. Zudem deckten manche Hundehalter ihren kompletten Bedarf an den Spendern. Dabei gebe es die Beutel für wenig Geld im Handel. „Wir zahlen bei 1000 Stück jeweils neun Cent pro Stück“, sagt sie. Auf Kompostierbarkeit achtet die Stadt indes nicht. „Die Beutel gehören ohnehin in die Restmülltonne“, so die Stadtsprecherin.

Auf der Seite des Abfallwirtschaftsbetriebs RSAG ist nachzulesen, dass Hundekotbeutel nicht in der Biotonne entsorgt werden dürfen, auch wenn sie kompostierbar sind. Der Grund liegt darin, dass der Kompost durch den Hundekot mit Bakterien verseucht werden könnte. Trotzdem ist es sinnvoll, aus Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln hergestellte Beutel einzusetzen, denn damit dämmt man nicht nur die Plastikflut ein, sondern schont die Umwelt, falls sie in der Natur landen. Das ist der Grund, warum Eitorf bereits diese umweltfreundlichen Beutel angeschafft hat. Zwar gibt es dort keine Spender, aber die Gemeinde gibt sie kostenlos im Bürgerbüro aus, wie der Erste Beigeordnete Karl Heinz Sterzenbach sagt.

Die Stadt Hennef hat indes Beutel aus Pappe getestet. „Sie haben sich nicht bewährt“, berichtet Stadtsprecherin Mira Steffan. Die Kommune sei wieder auf Kunststoffbeutel umgestiegen. In Hennef gibt es insgesamt 60 Hundekotbeutel­spender. Die Tüten können anschließend in öffentlichen Mülltonnen entsorgt werden. In Siegburg gibt es an 15 Standorten im Stadtgebiet ebenfalls nur herkömmliche Kunststoffbeutel und auch keine speziellen Sammelbehälter. „Die Erfahrung zeigt, dass schon die normalen Mülleimer nicht durchgehend von den Hundehaltern genutzt, sondern die Kotbeutel oft am Ort des Geschehens abgestellt werden“, sagt Björn Langer von der Stadt Siegburg. Kompostierbare Beutel seien nur sinnvoll, wenn die Kompostierung sichergestellt wäre.

Die Hinterlassenschaft des eigenen Hundes einfach liegen zu lassen, kann teuer werden, denn darauf steht in allen Kommunen ein Bußgeld. Die Höhe regeln die Kommunen in ihrer Straßenordnung, in Siegburg sind es beispielsweise 35 Euro.