Rhein-Sieg-Kreis: Klaus Strack wandert auf die Gipfel der Kommunen

19 Tagestouren : Klaus Strack wandert auf die Gipfel des Rhein-Sieg-Kreises

Vor drei Jahren umwanderte Klaus Strack den Rhein-Sieg-Kreis auf seinen Grenzen. Nun will er in den 19 Kommunen jeweils vom niedrigsten zum höchsten Punkt wandern. Mal mehr, mal weniger eine Herausforderung.

Den Eispickel und das Seil hat Klaus Strack schon eingepackt. Der leidenschaftliche Wanderer will ab kommender Woche Gipfel erklimmen. Doch auf dem Plan stehen nicht etwa – wie die Utensilien zur Bergbesteigung vermuten lassen – die Seven Summits, also die jeweils höchsten Berge der Kontinente, oder die 14 Achttausender der Erde. Der Siegburger hat sich 19 Gipfel vorgenommen, und zwar die der einzelnen Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis. Der Plan seines „Gipfelsturms Rhein-Sieg“, so der Name des Projekts, ist, jeweils vom niedrigsten zum höchsten Punkt zu wandern. „Ich wollte etwas Schräges machen“, erklärt der 60-jährige Kämmerer der Gemeinde Eitorf.

Ob der Natursteig Sieg oder der Rheinsteig – Strack kennt den Rhein-Sieg-Kreis und seine Wanderrouten schon ziemlich gut. „Ich bin eigentlich jeden Weg schon einmal gegangen“, sagt er. Vor drei Jahren ist er bereits zu einem ungewöhnlichen Projekt aufgebrochen, in 17 Etappen umwanderte er den Kreis auf seinen Grenzen. 391 Kilometer legte er zurück.

Nun geht es also in die Höhe. Mit 460,7 Meter über dem Meeresspiegel ist der Ölberg nicht nur der höchste Berg im Siebengebirge, sondern auch im Kreis. Mit 455 Metern liegt die Löwenburg in Bad Honnef nur knapp dahinter. Doch nicht immer sind Hunderte Höhenmeter zu bewältigen. Der niedrigste Punkt befinde sich mit 43 Metern in Lülsdorf, der niedrigste höchste Punkt liege ebenfalls in Niederkassel bei Mondorf. Zehn Höhenmeter wird er dort erklimmen, schätzt er und muss lachen. „Der Kerngedanke der Tour ist ein lustiger“, sagt er und fügt augenzwinkernd an: „Vielleicht machen wir in Niederkassel ja die Erstbesteigung.“ Ein Gipfelfoto mit den Bergsteigerutensilien sei dort auf jeden Fall auch geplant.

Anders als bei seiner Kreisumrundung ist er diesmal nicht alleine unterwegs. „Ich habe es genossen, habe aber auch gerne Leute um mich herum“, begründet er seine Entscheidung. Viele Interessierte hätten sich schon bei ihm gemeldet, um mitzuwandern. Die Nachfrage sei deutlich höher als erwartet. Daher sei es nun auch nur noch möglich, punktuell bei einzelnen Touren mitzukommen. „Ich lerne gerne neue Menschen kennen“, sagt der Sprecher der Kämmerer des Kreises. Wenn man ein gemeinsames Hobby habe, ticke man auch ähnlich. „Darauf freue ich mich.“ Los geht es in Lohmar.

Die 21 Kilometer lange erste Etappe startet in der Aggeraue an der Stadtgrenze zu Siegburg auf einer Höhe von 57,5 Meter. Ziel ist der Stadtteil Dahlhaus. An der Schlehecker Straße liegt mit 235,8 Meter der höchste Punkt der Kommune. „Sportliche Höchstleistungen“ sollen bei den Wanderungen nicht erbracht werden, anspruchsvoll könne es bei einigen Touren allerdings werden.

Die Routen, die sich Strack zu den einzelnen Tageswanderungen überlegt, befinden sich in der Regel auf normalen öffentlichen (Wander-)Wegen. Zwischen 20 und 30 Kilometer sind die Touren lang, den direkten Weg vom niedrigsten zum höchsten Punkt wird er nur selten einschlagen. „Wie ich zum Gipfel komme, ist egal“, sagt er. Ihm gehe es nicht nur darum, die höchsten Punkte zu erreichen. „Ich interessiere mich dafür, was vor Ort passiert.“ Er wolle die Heimat bewusst wahrnehmen, auf vermeintlich Unwichtiges am Wegesrand achten und auch mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen.

Eilig hat es Strack nicht. Etwa einmal im Monat plant er eine Tour, mal wochentags, mal am Wochenende. Fotos will er bei Instagram unter dem Hashtag #rheinsieghiking veröffentlichen. Dann wird sich auch zeigen, ob er den Eispickel und das Seil nicht doch braucht. Im Gepäck hätte er sie für alle Fälle.

Weitere Informationen zu seinem Projekt „Gipfelsturm Rhein-Sieg“ gibt Klaus Strack Interessierten per E-Mail an rheinsieghiking@netcologne.de