RE 9 Köln-Aachen: Rhein-Sieg-Express (RSX) bekommt neue Doppelstockzüge

Zwischen Aachen und Siegen : Neue Doppelstock-Züge für RE9 auf der Siegstrecke

Klimatisierte Doppelstockwagen schaffen laut Bahn mehr Kapazitäten. Auch eine stärkere Lok soll für mehr Pünktlichkeit auf der Strecke des Rhein-Sieg-Express (RSX) sorgen.

Auf der Linie RE 9, die zwischen Aachen, Köln und Siegen über Troisdorf, Siegburg, Hennef und Eitorf fährt, rollen ab sofort nur noch klimatisierte Fahrzeuge. Auch eine stärkere Lok soll für mehr Pünktlichkeit auf der Strecke des Rhein-Sieg-Express (RSX) sorgen. Das teilte Dirk Pohlmann, Sprecher der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, auf GA-Anfrage mit.

Zum Sommer habe die DB Regio NRW in Abstimmung mit dem Nahverkehr Rheinland (NVR) den letzten dort verkehrenden Doppelstock-Zug älterer Bauart gegen eine Garnitur aus fünf modernen „Dostos“ ausgetauscht. Der Wagenpark bestehe aus modernisierten, mit Klimaanlagen ausgerüsteten Bestandsfahrzeugen, die jeweils über mehr als 600 Sitzplätze verfügen. Angetrieben werde der Zug zudem von einer moderneren Lokomotive, die über eine höhere Leistung als die bislang eingesetzte verfüge, heißt es. Dieser Vorteil sorge auch für mehr Pünktlichkeit des RSX.

Das wird jene Fahrgäste freuen, die sich gerade wegen vermeintlich vieler Unregelmäßigkeiten im Fahrplan beim GA meldeten. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht zu Unregelmäßigkeiten kommt“, schreibt uns ein Leser, der täglich zwischen Köln und Eitorf pendelt. „Die Siegstrecke erfüllt ja nun schon seit Jahren nicht mehr die Pendler-Bedürfnisse in Form von Pünktlichkeit und Platzangebot“, meint er.

Bahnsprecher zu Kritik an der Pünktlichkeit

„Die Kritik kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Pohlmann. „Gerade auf dieser Strecke sind wir gut unterwegs.“ Tatsächlich habe die Bahn im Juni vier Störungen gehabt: einmal wegen Personen im Gleis, einmal wegen einer Stellwerksstörung in Köln, einmal wegen einer Baustelle und am 15. Juni, nachdem Bäume und Äste beim Unwetter auf die Gleise gefallen waren.

„Man darf auch nicht außer Acht lassen, dass im Raum Köln/Bonn die meistfrequentierten Zugstrecken Deutschlands sind. Die Taktung ist so ausgelastet, dass der Fahrgast leider auch Störungen auf anderen Streckenabschnitten zu spüren bekommt“, sagte der DB-Sprecher.

Trassenkonflikte zwischen den Zügen der Siegstrecke und dem Fernverkehr der DB seien auf dieser Verbindung zwar nicht elementar, da der Fernverkehr weitgehend eigene Gleise befahre, sagt der Verkehrspolitiker und CDU-Kreis- und Landtagsabgeordnete Oliver Krauß. „Allerdings ist der Kölner Knoten mit der Hohenzollernbrücke als Zentrum ein kritischer Punkt. Daher ist es so wichtig, dass wir die Eisenbahninfrastruktur in unserer Region modernisieren und ausbauen. Uns ist es immerhin gelungen, den Kölner Knoten bei den Prioritäten ganz nach vorne zu schieben.“ Den Vorwurf eines anderen Lesers, dass „der Nahverkehr gegenüber dem fast immer verspäteten Fernverkehr immer das Nachsehen hat“, will Pohlmann nicht stehen lassen. „Dieser Eindruck kann beim Fahrgast vielleicht entstehen, aber das ist so nicht richtig: Tatsache ist, dass Fernzüge schneller fahren als die Nahverkehrszüge, sodass die Kollegen in den Leitzentralen die Gesamtwirkung von möglichen Störungen im Auge behalten müssen. Zusätzlich kommt am Kölner Hauptbahnhof erschwerend hinzu, dass viele Bahnsteige doppelt belegt sind.“

Immer wieder ein Thema in politischen Gremien

„Die Siegstrecke ist immer mal wieder ein Thema in den Gremien des NVR und im Planungs- und Verkehrsausschuss des Kreises“, bestätigt Krauß. „Aktuell sind jedoch weder beim NVR, dem Besteller der Schienenverkehrsleistungen im Nahverkehr, noch beim Rhein-Sieg-Kreis besondere Auffälligkeiten bekannt.“

Auch wenn es keine großen Auffälligkeiten auf der Strecke gebe, so Krauß: „Die Pünktlichkeit beim RE 9 ist leicht schlechter als im vergangenen Jahr. Dazu haben mich, aber auch den NVR einige Beschwerden wegen zu geringer Kapazitäten erreicht.“ Das dürfte sich aber nun mit den neu eingesetzten Zügen verbessern, meint Bahnsprecher Pohlmann. Sie sind laut DB einem umfangreichen, sogenannten Refresh unterzogen worden: Kopfstützen wurden ausgetauscht, Sitzpolster aufgearbeitet und Toilettenanlagen mit einer neuen Lackierung versehen. Zudem seien weitere Mängel im Außen- und Innenbereich beseitigt worden.

Die Fahrgäste kennen die Ausstellung der neuen Züge bereits: Laut Deutscher Bahn waren bereits im Frühjahr 2018 die ersten zwei modernisierten „Dostos“ auf der RE 9-Linie zum Einsatz gekommen. Im Gegenzug wurden einer der älteren, nicht klimatisierten Züge sowie mehrere dort verkehrende Talent 2-Fahrzeuge aus dem Fuhrpark genommen.

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