Radwege im Rhein-Sieg-Kreis sollen schneller gebaut werden

Mehr Wege an Kreisstraßen : Radwege im Rhein-Sieg-Kreis sollen schneller gebaut werden

Der Planungsausschuss des Kreistags möchte die Bedingungen für Radler dauerhaft verbessern und den Bau von Radwegen an Kreisstraßen beschleunigen. Die Vorplanungen für die zehn Bauprojekte sollen 2020 abgeschlossen sein.

Die Plätze eins bis zehn der Prioritätenliste für neue Radwege an Kreisstraßen sind längst gesetzt, doch die Umsetzung wird viele Jahre dauern, weil im Kreishaus Planer fehlen. Der Planungsausschuss des Kreistags hat deshalb am Dienstagabend ein Signal zur Beschleunigung gesetzt: Bei einer Gegenstimme der AfD verabschiedete das Gremium einen Antrag von CDU und Grünen, wonach die Vorplanungen für die zehn Bauprojekte 2020 abgeschlossen sein sollen. Außerdem soll die Verwaltung mindestens einen weiteren Planer einstellen. "Uns war wichtig, dass wir Zeitvorgaben haben, wie wir in dem Bereich weiterkommen", so Michael Schroerlücke (Grüne).

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, gleichzeitig mit den Planungen für alle zehn fest priorisierten Radwege (siehe Prioritätenliste) zu beginnen. Hierfür sollen zunächst zwei externe Planungsbüros - eins rechtsrheinisch und eins linksrheinisch - mit der Vorplanung beauftragt werden. Ein Problem bei der schnellen Umsetzung ist der Grunderwerb. Deshalb sollen zuerst da Radwege gebaut werden, wo der Kreis kein Grundstück kaufen muss oder dies leicht zu realisieren wäre. So will sich die Verwaltung zunächst auf die "schneller machbaren Projekte" konzentrieren.

Außerdem könnten dann auch ganze Straßenzüge wie an der K 58 in Wachtberg und an der K 27 in Eitorf in einem Zug beplant werden. "Nach wie vor besteht aber immer noch die Einschränkung, dass mit der aktuellen Personalverfügbarkeit maximal zwei Maßnahmen pro Jahr bis zur Ausführungsplanung betreut werden können", teilte die Verwaltung dem Ausschuss mit.

Eine schnellere Realisierung von Radwegen an Kreisstraßen sei nur möglich, wenn insgesamt 2,5 zusätzliche Stellen geschaffen würden: eine Vollzeitstelle als Straßenbauingenieur für die Abteilung Kreisstraßenbau, eine Vollzeitstelle als Radwegeplaner und eine Halbtagsstelle in der Liegenschaftsabteilung für den Grunderwerb. Wegen der gewünschten Streckenlängen und der Vielzahl der Grundstückeigentümer müssen hier mehr Kapazitäten her. Insgesamt rechnet die Kreisverwaltung mit Mehrkosten von rund 200.000 Euro pro Jahr.

Wichtigsten Trassen führen nach Bonn, Siegburg/Troisdorf/Sankt Augustin oder Hennef

Der Planungsausschuss hat am Dienstag beschlossen, Maßnahmen, die in der Prioritätenliste noch in Teilabschnitte untergliedert sind, nach den Vorplanungen 2020 zu einer Maßnahme zusammenzufassen. Ab 2021 sollen dann pro Jahr mindestens fünf neue Radwege an Kreisstraßen geplant werden. "Ziel ist, ein Netz von Radwegen für den Alltagsverkehr um die Zentren zu bilden, damit diese aus der Peripherie gut mit dem Rad erreicht werden können", so CDU und Grüne. Die wichtigsten Trassen führen nach Bonn, Siegburg/Troisdorf/Sankt Augustin oder Hennef. "Darüber hinaus sind im östlichen Rhein-Sieg-Kreis mögliche Verbindungen über Kreisstraßen in die jeweiligen Kernorte planerisch zu berücksichtigen", so die Forderung der Politik.

Auf eine genaue Stellenzahl, die ohnehin noch in den Haushaltsplan einfließen müsste, hat sich der Ausschuss am Dienstagabend nicht festgelegt. Im verabschiedeten Antrag ist aber von "weiteren personellen Kapazitäten" über die beantragte Planerstelle hinaus die Rede.

Die Radweg-Abschnitte aus der Prioritätenlisten haben insgesamt eine Länge von 8,5 Kilometern. Das sei deutlich zu wenig, um Radfahrern ein sicheres und zügiges Fahren im Alltagsverkehr zu ermöglichen. Deshalb müsse der Radwegebau an Kreisstraßen insgesamt forciert werden, so das Votum der Politik.

Laut Verwaltung arbeiten in der Straßenbauabteilung des Kreises insgesamt nur vier Ingenieure, inklusive Abteilungsleiter und Stellvertreter. Wegen des "enorm hohen Arbeitsaufkommens" ist zurzeit nur einer der Mitarbeiter in der Lage, etwa 50 Prozent seiner Arbeitszeit für die Straßenplanung einzusetzen. Zu wenig, um in den kommenden fünf Jahren schon einen deutlichen Schritt in Sachen Radverbindungen voranzukommen.

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