Radverkehr im Kreis: Radpendlerroute soll an Stadtbahnlinie 66 entlangführen

Radverkehr im Kreis : Radpendlerroute soll an Stadtbahnlinie 66 entlangführen

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) konzipiert eine neue Radpendlerroute und schlägt eine Fahrradbrücke über die Sieg vor. Die Strecke soll weitgehend an der Stadtbahnlinie 66 entlang führen.

Einen neuen Vorschlag für eine Radpendlerroute von Siegburg über Sankt Augustin bis nach Bonn-Beuel hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) vorgestellt. Bereits vor sechs Jahren war eine solche Radstrecke im Gespräch. Da der Rat der Stadt Sankt Augustin das Projekt aus finanziellen Gründen nicht unterstützte, scheiterte die Planung dieser Route. Der Bedarf einer schnell befahrbaren Radroute sei aber laut ADFC nach wie vor aktuell und bekomme wohl vor allem durch die drohenden Verkehrsprobleme in Bonn neuen Rückenwind. Konkrete Überlegungen zu einem möglichen Streckenverlauf sind daher in den letzten Wochen und Monaten beim ADFC wieder auf dem Tisch gelandet.

„Wir haben im Oktober die Strecke von Siegburg über Sankt Augustin befahren, dem Kreisausschuss über unsere grobe Planung berichtet und über den Jahreswechsel hinweg angefangen, die Route konkret festzulegen“, so Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher für den rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis beim ADFC. Laut Kreis wurden die groben Empfehlungen des ADFC für eine Radpendlerroute im November 2018 im Planungs- und Verkehrsausschuss des Kreistags vorgestellt. Damals sei aber noch nichts beschlossen worden.

Die vom ADFC erarbeitete Route beginnt am Siegburger Bahnhof, führt durch die Bahnunterführung Richtung Kreisverkehr am Berliner Platz und durch den Stadtteil Zange direkt zur Sieg. Ein alternativer Startpunkt sei der Siegburger Kreisverkehr an der Konrad-Adenauer-Allee. Die Ludwigstraße, die die Radfahrer von dort zur Sieg führe, müsse dafür allerdings laut Planung zu einer Fahrradstraße umgewandelt werden. An der Sieg treffen sich die beiden Startrouten. Dort führt die Strecke dann im Wesentlichen an der Linie 66 Richtung Bonn entlang, durchquert den Ortsteil Mülldorf in Sankt Augustin und erstreckt sich bis nach Bonn-Beuel.

Es gibt eine große finanzielle Hürde

Problematisch seien bei der Planung laut Lorscheid vor allem drei Punkte: Für die Überquerung der Autobahn und der Sieg in Siegburg müsse eine neue Radfahrerbrücke geschaffen werden, denn es sei „unzweckmäßig, den Radverkehr über die bestehende Bonner Straße zu führen“, meint Lorscheid. Eine Fahrradbrücke, die über Sieg und Autobahn führe, müsse daher neu gebaut werden. Die Brücke würde dann in etwa an der Stelle der früheren Straßenbahnbrücke ihren Platz finden. Laut Lorscheid sei dies in der gesamten Planung finanziell die größte Hürde. Zwei weitere Problempunkte seien private Grundstücke, über die die geplante Strecke führe. Das sei zum einen an der Haltestelle der Stadtbahnlinie 66 in Mülldorf der Fall, wo der Weg laut Planung auf dem Grundstück der städtischen Energieversorgungsgesellschaft entlangführe. Der Radweg müsse laut ADFC an dieser Stelle zwischen Bahnsteig und Gebäude verlaufen, sodass auf dem städtischen Grundstück ein Weg geschaffen werden müsse. Zum anderen würde die vorgeschlagene Strecke über das Gelände der Nachbarschaftshilfe in Mülldorf führen. Dafür müsste eine Garage entfernt werden.

Lägen konkrete Pläne für eine Radpendlerroute von Siegburg nach Beuel vor, kommt es laut ADFC vor allem auf die Kommunen an, sich des Vorschlags anzunehmen und den Radweg, wenn möglich, zu realisieren. Ob das auf Erfolg stoßen wird, sei „schwierig zu sagen“, so Lorscheid: „Wir haben die Hoffnung, dass das Thema in die Diskussion aufgenommen wird. Vielleicht fällt dem ein oder anderen ja sogar noch ein Verbesserungsvorschlag ein.“ Auch der Rhein-Sieg-Kreis kenne die Planungen und wolle sich in naher Zukunft mit den Kommunen zusammensetzen, um in Abstimmungsgesprächen das weitere Vorgehen zu beraten. Denn der Kreis sei „stark daran interessiert, die Radinfrastruktur zu ertüchtigen“. Da, wo die Route über private Grundstücke führe, müsse mit den Besitzern eine Einigung gefunden werden. Auch die Stadt Bonn begrüßt die Vorschläge des ADFC, die teilweise bereits vorliegenden Planungen ähneln oder gleichen. In Abschnitten seien manche Ideen des ADFC sogar bereits realisiert. So zum Beispiel die Fahrradstraße Adelheidisstraße.

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