Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft: Päckchen packen hat bei Siegburgern Tradition

Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft : Päckchen packen hat bei Siegburgern Tradition

"Es sind 131", verkündet Achim Odenthal, Präsident der Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1350 zu Siegburg. Er steht im Schützenhaus zwischen Tischen voller Kartons, Obstkisten und Paletten mit abgepackten Lebensmitteln, deren Inhalt auf die von ihm genannte Anzahl Weihnachtspäckchen für bedürftige Mitbürger verteilt werden soll.

Dabei ist einiges zu beachten. Denn für die "Pakete" - reißfeste Jutebeutel - sind zum Teil verschiedene Füllungen vorgesehen. Die richten sich beispielsweise danach, ob der Empfänger Diabetiker ist. Die Zahl der Kinder spielt ebenfalls eine Rolle, denn keines von ihnen soll leer ausgehen. Jedes erhält seinen eigenen Anteil an Süßigkeiten. Der Präsident hat bereits ausgerechnet, wie viel von welchen Lebensmitteln jeder Haushalt erhält und in die Säckchen gepackt werden muss. Jetzt wird fleißig eingetütet.

Seit über 50 Jahren ist es für die Schützen schon Tradition, zum Weihnachtsfest an die zu denken, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. "Wir möchten damit ein Zeichen der Nächstenliebe setzen", so Odenthal, der wieder von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt wird.

Sie haben am Samstagmorgen nicht nur die Beutel gefüllt, sondern sie nachmittags und auch am Sonntag ausgetragen. "Viele der Singles, Rentner und kinderreichen Familien stehen schon seit Jahren auf unserer Liste und freuen sich immer wieder über unseren Besuch", berichtet Odenthal. Manch einer empfange die gern gesehenen Gäste mit den Worten: "Ich dachte schon, Sie kommen nicht mehr." Das zeige, wie sehr die Menschen auf die Spenden der Schützen angewiesen seien.

Namens- und Adresslisten erhält die Bruderschaft von den evangelischen und katholischen Gemeinden in Siegburg. Darauf ist genau vermerkt, wer in den einzelnen Haushalten lebt. Ob wirklich eine Bedürftigkeit besteht, sei aber oft erst vor Ort erkennbar, berichtet Achim Odenthal. So musste er bei einer Großfamilie mit mehreren Kindern feststellen, dass jedes von ihnen ein eigenes Handy besaß: "Die streichen wir natürlich für das nächste Mal von der Liste."

Andererseits meldeten sich aber auch Leute, die nichts mehr brauchen, weil sie wieder ein Einkommen haben. In diesem Jahr konnte für 5000 Euro eingekauft werden. Das Geld stammt ausschließlich aus freiwilligen Leistungen der Vereinsmitglieder und wurde nicht aufgrund von Spendenaufrufen gesammelt. Es handelt sich um "eine rein interne Aktion der Sankt Sebastianer". Auf diese Feststellung legt Odenthal großen Wert.