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Dreifachturnhalle in Siegburg: Notunterkunft am Neuenhof

Dreifachturnhalle in Siegburg : Notunterkunft am Neuenhof

Die Stadt Siegburg bereitet gerade die Einrichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge vor. Bis zu 150 Menschen sollen in der Dreifachhalle am Schulzentrum Neuenhof untergebracht werden. Das erklärte die Stadtverwaltung am Wochenende.

Wie am Samstag berichtet, hatte die Bezirksregierung Köln die Kreisstadt am Freitagnachmittag darüber informiert, dass sie Räume für eine Erstaufnahmeeinrichtung schaffen muss. Die regulären Aufnahmestellen des Landes in Dortmund, Bielefeld, Bad Berleburg, Unna und Burbach sind angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen längst überlastet, so dass sich das Land seit mehreren Wochen an die Kommunen wendet.

Erst wurden die größeren in die Verantwortung genommen, inzwischen müssen sich schon die mittleren kreisangehörigen Städte darauf einstellen. Nach Troisdorf, Hennef und Bornheim richtete die Bezirksregierung nun auch an Siegburg solch ein Amtshilfegesuch. Wie schon bei den anderen Städten kam dieses sehr kurzfristig: Die Räume sollten schon Anfang der Woche fertig sein, doch die Kreisstadt konnte noch einen Aufschub bis zu kommenden Montag, 24. August, erreichen.

Dann sollen die ersten Flüchtlinge kommen. "Der Bürgermeister hat einen Stab eingerichtet, der sich um die Umsetzung kümmert", sagte Stadtsprecher Wolfgang Hohn gestern. Schule, Nachbarn und Vereine werden nun informiert. Denn: Die Halle wird vorerst nicht mehr für Schul- und Vereinssport nutzbar sein. "Dies ist der einzige geeignete Standort, um die räumlichen und sonstigen Anforderungen - etwa Sanitär, Brandschutz - zu erfüllen", erklärte der Erste Beigeordnete Ralf Reudenbach.

"Das Helios-Klinikum wird als Partner die medizinischen Versorgungsleistungen und die Erstuntersuchung übernehmen." In den Erstaufnahmestellen werden die neu Angekommenen registriert und ärztlich untersucht. Wie die Stadt weiter ankündigte, will sie heute umfassend über die geplante Notunterkunft informieren. Unter anderem soll heute im Rathaus auch ein Bürgertelefon zu den Öffnungszeiten eingerichtet werden.

Gegenwärtig sind die Bürgermeister - auch im Rhein-Sieg-Kreis - nicht gut auf das Land zu sprechen, was die Flüchtlingsunterbringung angeht. Sie fordern mehr Unterstützung vom Land. Ein Kritikpunkt ist auch die Kurzfristigkeit, mit der Räumlichkeiten bereitgestellt werden müssen. Das wollen die Vertreter der Kommunen am 28. August bei einem Treffen in Düsseldorf deutlich machen.