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Spatenstich: Neustart auf dem Michaelsberg

Spatenstich : Neustart auf dem Michaelsberg

Die schweren Bagger halten für einen Moment inne in ihrer Arbeit. Sie spenden den Menschen, die sich auf dem Michaelsberg versammelt haben, Schatten. Acht Herren und eine Dame schreiten ein Stück weiter, dort wo einst die Besucher der Abtei parkten und nun der Anbau für das Katholisch-Soziale-Institut (KSI) entsteht, zur Tat: Sie greifen zum Spaten und stechen ihn in den Sand.

Ein symbolischer Akt, der gestern Mittag den Übergang von der Planungs- zur Bauphase markierte. Bis 2016 baut das Erzbistum die ehemalige Benediktiner-Abtei für rund 40 Millionen Euro zur neuen Heimat für das in Bad Honnef beheimatete KSI um.

"Jetzt gehen wir endlich einen Schritt weiter und ans Werk", freut sich Prälat Stefan Heße, Diözesanadministrator im Erzbistum Köln, vor dem Spatenstich. Er dankt allen Siegburgern, die das "Leuchtturm-Projekt" Michaelsberg mit- und so dazu beitragen, "dass hier auch in Zukunft für alle Menschen ein Ort der Begegnung untereinander und mit Gott geschaffen wird".

Dem neuen Bau wünscht er "ein gutes Fundament und dass nichts in den Sand gesetzt wird." Es ein ambitioniertes Projekt, für das es noch vieler Schritte bedürfe.

Als der Projektleiter des Erzbistums, Martin Günnewig, das Wort erhebt, muss er noch das Dröhnen der schweren Maschinen übertönen. Und er dankt gleich jenen, die in den nächsten Jahren mit und mitunter sogar auf der Baustelle leben und damit "die größte Last zu tragen haben": den Anwohnern und insbesondere den Mönchen vom Orden der Unbeschuhten Karmeliten, die im vergangenen Jahr ihr Karmel im ehemaligen Jugendgästehaus der Abtei bezogen haben. Pater Austin, der Prior des Karmels, schreitet wenig später selbst mit zum Spatenstich.

Als weiteren historischen Schritt bezeichnet Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn den Baubeginn. Die Trauer über den Weggang der Benediktiner sei inzwischen der Freude über die Karmeliten und der Vorfreude auf das Miteinander mit dem KSI gewichen.

"Der Michaelsberg ist fest in Stein gebaut", so Huhn. "Es ist gut, dass er weiter fest und ein Leuchtturm des Glaubens sein wird." Schon seit zwei Jahren ist Ralph Bergold, Leiter des in Bad Honnef beheimateten KSI, in die Planungen für den Um- und Anbau der Abtei involviert. "Daher freue ich mich sehr, dass das KSI in Siegburg nun auch beginnt, Gestalt anzunehmen."

Gleichwohl bewegen ihn gemischte Gefühle: "Mit dem Spatenstich wird der Umzug nach Siegburg konkret für unsere Mitarbeiter." Die sähen diesen nicht durchweg positiv.

Der Ortswechsel sei aber keineswegs nur ein Umzug, es sei ein "Neuanfang, der neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich bringt". An der Stelle des Spatenstichs fahren nun Baufahrzeuge und bereiten den Platz unterhalb der Abtei für die Errichtung einer Bohrpfahlwand vor, erläutert Annegret Kufferath, Projektleiterin des Architekturbüros msm Meyer Schmitz-Morkramer, die nächsten Schritte. Die soll Ende August errichtet werden und dafür sorgen, dass das alte Kloster nicht ins Tal abrutscht. Wenn alles nach Plan läuft, so Kufferath, liegen Ende Oktober die Fundamente des Anbaus und er wächst in die Höhe.

Die Fortschritte auf der Baustelle können via Webcam im Internet auf www.michaelsberg-siegburg.de verfolgt werden.