Gesundheitsvorsorge: Neues Projekt bringt Kinder im Rhein-Sieg-Kreis in Bewegung

Gesundheitsvorsorge : Neues Projekt bringt Kinder im Rhein-Sieg-Kreis in Bewegung

Kreis, Vereine und Krankenkassen kooperieren in der Gesundheitsförderung und gehen gezielt in bestimmte Wohnviertel. In Sankt Augustin, Troisdorf und Swisttal startet das Projekt.

Spielende Kinder auf der Straße – früher alltäglich, heute eine Seltenheit. Stattdessen sitzt der Nachwuchs vor dem PC oder dem Fernseher. Die Folge: Etwa jedes fünfte Kind ist übergewichtig. Und: Der Bewegungsmangel führt auch zu Haltungsschäden und sogar zu geringerer geistiger Leistungsfähigkeit. Da setzen der Kreissportbund Rhein-Sieg mit der Sportjugend, kivi, der Verein zur Förderung der Gesundheit im Rhein-Sieg-Kreis, und die Krankenkassen an. „Quartier in Bewegung“ heißt ihr zunächst auf zwei Jahre befristetes Projekt zur Gesundheitsförderung. Dazu haben die Krankenkassen Gelder zur Verfügung gestellt. Am Montag wurde das Projekt in Siegburg vorgestellt.

Kinder sollen gesund aufwachsen

Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen vom Säugling bis zum 16-Jährigen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Das Projekt konzentriert sich zunächst auf drei Kommunen, in denen Wohnviertel auf der Grundlage ihrer Bedarfsmeldung ausgewählt wurden: das Wohnviertel Johannesstraße in Sankt Augustin, Friedrich-Wilhelms-Hütte in Troisdorf und Heimerzheim in der Gemeinde Swisttal. Weitere Entwicklungsprojekte gibt es in Ruppichteroth und Troisdorf-Bergheim. Diese hatten laut dem kivi-Vorsitzenden Hermann Allroggen von sich aus Bedarf angemeldet.

Künftig soll sich die eigens dafür eingestellte Projektreferentin Janette Kawaschinski von ihrer Arbeitsstelle in Siegburg aus um die Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas, Sportvereinen und sozialen Einrichtungen kümmern. Die Theaterpädagogin und Literaturwissenschaftlerin geht in die jeweiligen Wohnviertel, um mit den Fachleuten vor Ort zusammenzuarbeiten.

Zusammenarbeit mit Lehrern, Erziehern und Sportvereinen

Das sind Lehrer, Erzieher, Vertreter der örtlichen Sportvereine oder sozialen Einrichtungen. Mit ihnen möchte sie gezielt Netzwerke zur Bewegungsförderung aufbauen. Zudem soll es für die Fachkräfte vor Ort Qualifizierungsmaßnahmen geben. „Dabei ist es wichtig, dass die Angebote niederschwellig sind“, betonte Landrat Sebastian Schuster. Denn hohe bürokratische Hürden erschwerten die Arbeit in den Stadtteilen nur.

Wichtigstes Ziel sei es, die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche in sozialen und ökonomischen Risikolagen herzustellen, sagte der kivi-Projektleiter Kinder- und Jugendgesundheit, Karsten Heusinger. „Den Zugang zu finden, ist nicht so einfach“, meinte er und nannte als Anknüpfungspunkte Stadtteilfeste oder Bewohnerbefragungen. Dort, wo die Kinder aufwachsen, müsse es klare Angebote geben, die zur Verhaltensänderung beitragen, so Heusinger. Denn „Bewegung ist Leben“, wie Kreisgesundheitsdezernent Dieter Schmitz sagte.

Monika Heimes von der Techniker Krankenkasse sagte, das seit zwei Jahren bestehende Präventionsgesetz sei Grundlage für „Quartier in Bewegung“, das von den Krankenkassenverbänden NRW mit 165.000 Euro gefördert wird.

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