Wahnbachtalsperre in Siegburg: Neues Konzept für die Trinkwasseranlage

Wahnbachtalsperre in Siegburg : Neues Konzept für die Trinkwasseranlage

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Siegelsknippen soll im Frühjahr komplett untersucht werden. Kreisgesundheitsamt und Wahnbachtalsperrenverband (WTV) wollen einen externen Gutachter für die Erstellung eines zukunftssicheres Konzepts beauftragen.

Die Gesamtbewertung sei nach 15 Betriebsjahren angeraten. Das teilten Kreis und WTV am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit. Außerdem gebe es neue Empfehlungen, dass inzwischen auch Parasiten im Wasser überwacht werden sollen, sagte Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamts. Deshalb sollen auch die umliegenden Gewässer untersucht werden, um zu schauen, welche Parasiten überhaupt vorhanden seien.

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage ist Mitte der 1990er Jahre konzipiert und schließlich im Juni 2002 in Betrieb genommen worden. In zwei getrennten Anlagen wird dort zum einen das Wasser aus der Talsperre und zum anderen das Grundwasser aus dem Hennefer Siegbogen aufbereitet. Sie spielte auch eine zentrale Rolle bei der Kontamination des Trinkwassers mit dem Umweltkeim Lelliottia amnigena, der im Sommer 2016 erstmals in Teilen des Versorgungsgebiets des Kreises, der Städte Bonn und Remagen sowie der Gemeinde Grafschaft aufgetaucht war.

In den vergangenen zwei Monaten ist der Keim, wie berichtet, im Wasser des WTV aber nicht mehr nachgewiesen worden. Der anspruchslose Keim hatte sich laut WTV ausgehend von der Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegelsknippen verbreiten können. Die Experten gehen davon aus, dass er sich dort im Sediment des Hochbehälters angesiedelt hatte. Er wurde zudem in den Sedimenten weiterer Hochbehälter nachgewiesen. „Wir hatten 13 Befunde in unserem System“, sagte Dirk Radermacher, stellvertretender WTV-Geschäftsführer.

Seit Oktober wird dem Trinkwasser deshalb zusätzliches Chlor zugefügt, außerdem werden die 16 Hochbehälter des Verbands gesäubert. „Wir haben noch drei Behälter zu reinigen“, so Radermacher weiter. Rainer Meilicke ergänzt: „Es ist unsere Hoffnung, dass spätestens Anfang März die Expertenkommission wieder zusammentreffen kann, und dass es dann überstanden ist.“ Dann soll die zusätzliche Chlorung wieder runtergefahren werden.

Nach einer internen Prüfung der Anlage hat sich der WTV zudem dazu entschieden, sein Wasser nur noch durch Chlorung zu desinfizieren. Die UV-Anlage an der Trinkwasseraufbereitungsanlage Siegelsknippen ist seit Januar abgeschaltet. Ursprünglich wurde die Anlage 2007 mit dem Ziel installiert, komplett auf die rein physikalische Desinfektion per ultraviolettem Licht umzusteigen. Laut Meilicke erreichte sie aufgrund des kalten Talsperrenwassers aber nie die gewünschte Funktion. Es kam zu regelmäßigen Ausfällen, so dass nicht auf die Chlorbeigabe verzichtet werden konnte.

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