Verkehr im Siegburger Zentrum: Neue Zufahrt zum Siegburger Allianz-Parkplatz

Verkehr im Siegburger Zentrum : Neue Zufahrt zum Siegburger Allianz-Parkplatz

Gutachter stellen im Planungsausschuss die Ergebnisse ihrer Verkehrsuntersuchung vor. Humperdinckstraße soll zur Einbahnstraße werden. Neue Verbindungsstraße soll die Kaiserstraße entlasten.

Als Standort für ein neues Siegburger Rathaus ist er seit dem Ratsbürgerentscheid aus dem Rennen. Doch auf lange Sicht bleibt der Allianz-Parkplatz wohl nicht als solcher erhalten. Doch auch wenn Eigentümer Pareto auf dem Areal wie angekündigt eine andere Bebauung realisiert, muss es erreichbar sein. Und das geht bislang nur über die Kaiserstraße, vorbei am Kaufhof in die Burggasse – und damit durch die Siegburger Fußgängerzone. Wie berichtet, soll eine neue Zufahrt von der Ringstraße über das so genannte Duve-Grundstück das ändern. So hat es die Politik mehrheitlich mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) beschlossen. In einem ersten Schritt stellte die Ingenieurgruppe IVV nun im Planungsausschuss die Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung vor – und gab eine Empfehlung ab.

Die Stadtverwaltung hatte die Aachener Ingenieure damit beauftragt, die aktuelle Verkehrsbelastung im Viertel um Krankenhaus, Kaufhof und Rathaus zu erfassen. An einem Tag Ende Juni haben sie dazu das Verkehrsaufkommen an Humperdinck- und Kaiserstraße sowie am Knotenpunkt zwischen Bach- und Ringstraße gemessen. Laut Sylke Schwarz von der IVV gab es an der Ringstraße in Richtung Bachstraße eine besonders hohe Belastung: rund 1400 Fahrzeuge in 24 Stunden.

Problematisch sei zudem eine Beobachtung auf der Humperdinckstraße: Über den Tag verteilt wendeten mehrere Autos hinter dem Helios Klinikum in der Krankenhauseinfahrt oder vor der Einfahrt zum Parkhaus der Rhein-Sieg-Halle an der Ringstraße. „Hier kommt es zu rund 200 Wendemanövern innerhalb von 24 Stunden“, sagte Schwarz.

Der geplante Bau einer Verbindung zwischen Ringstraße und Burggasse würde den Verkehr im Viertel grundsätzlich entlasten – und zudem die Autos aus der Fußgängerzone vor dem Kaufhof holen. „Dadurch würde sich aber das Verkehrsaufkommen auf der Humperdinckstraße und der Wilhelmstraße fast verdoppeln“, erläuterte Schwarz. Auch dafür hat die Ingenieurgruppe eine Lösung. Sie schlägt vor, die Humperdinckstraße zu einer Einbahnstraße zu machen und die Poller, die momentan die Durchfahrt bis zum Friedensplatz verhindern, zu öffnen. Autofahrer könnten dann über Friedensplatz und Elisabethstraße auf Bach- und Wilhelmstraße fahren. „Mit diesem Konzept entzerren wir die Problematik in der Humperdinckstraße, da die Wendemanöver entfallen“ erklärte Schwarz. Die Bachstraße vor der Rhein-Sieg-Halle soll für den privaten Autoverkehr gesperrt werden. Mit diesem Konzept könne ein Verkehrsaufkommen von rund 5000 Fahrzeugen am Tag im gesamten Gebiet bewältigt werden.

„Wir brauchen die Verbindungsstraße schon lange, da der Kaufhof für Siegburg sehr wichtig ist und auch das Goldberg-Areal wieder bespielt werden soll. Die Geschäfte dort möchten keine Autos vor der Tür rumfahren haben“, sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Becker. „Es geht um die Einzelhändler, die dort ihre Geschäfte haben werden. Der Durchgangsverkehr dort ist nicht attraktiv“, pflichtete Michael Keller von der SPD bei. Dieter Haas, sachkundiger Bürger der FDP, merkte an, dass sich das Verkehrsaufkommen auf der Ringstraße bei diesem Konzept aber um 30 Prozent erhöhen würde.

Mehr von GA BONN