Rhein-Sieg-Kreis: Nachfolger für Landrat Frithjof Kühn gesucht

Rhein-Sieg-Kreis : Nachfolger für Landrat Frithjof Kühn gesucht

Zurückhaltend reagierte am Freitag die CDU Rhein-Sieg auf die Äußerung von Landrat Frithjof Kühn, nach der laufenden Amtsperiode aufzuhören. "Es war zu erwarten, dass er 2015 nicht noch einmal antritt", sagte Frederic Tewes, Sprecher des Kreisverbandes, auf Anfrage. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.Stefan Raetz winkt ab.

Im GA-Interview über regionale Themen hatte Kühn einen Abschied nach Ende seiner Amtszeit angedeutet. Der 69-Jährige ist regulär bis 2015 gewählt. Auf die Frage, ob er noch einmal kandidiere, sagte er: "Ich glaube nicht. Irgendwann muss man ja auch ein Ende setzen. Das ist eine persönliche Frage, die ich gemeinsam mit meiner Frau entscheide." Eine weitere Kandidatur wäre möglich, weil es keine Altersgrenze gibt.

"Wir gehen davon aus, dass er bis 2015 im Amt bleibt", sagte Tewes. Das Land hat den bis 2015 gewählten Hauptverwaltungsbeamten freigestellt, ihre Amtszeit im Mai 2014 auslaufen zu lassen. Sie könnten dann zum Kommunalwahltermin antreten - oder den Weg für einen Nachfolger frei machen. Bis Ende November sollen sich die Amtsinhaber entscheiden.

Zwei Bürgermeister aus Reihen der CDU, die in den vergangenen Jahren als Kühn-Nachfolger gehandelt wurden, wollen von dieser Option Gebrauch machen. Der Hennefer Klaus Pipke (48) will 2014 ebenso wieder als Bürgermeister antreten wie der Rheinbacher Stefan Raetz (53). Schon deshalb gilt es als zweifelhaft, dass sie sich im Folgejahr als Landrat bewerben würden.

Raetz schloss entsprechende Ambitionen gestern noch einmal klar aus: "Ich bin gerne Bürgermeister in Rheinbach und möchte es auch bleiben." Er habe in den vergangenen 20 Jahren einiges mit aufgebaut und sei in allen Themen "drin". Da überlege man es sich schon genau, ob man mit Mitte 50 noch einmal etwas Neues anfange. Das Amt des Landrats sei ein Knochenjob.

Auch andere Bürgermeister treten bereits 2014 an. Jüngst entschloss sich der Siegburger Franz Huhn dazu. Mit dem CDU-Stadtverband war er sich einig, dass Rats- und Bürgermeisterwahl nicht entzerrt werden sollten - nicht nur wegen des doppelten Aufwandes, sondern auch weil die separate Wahl des Hauptverwaltungsbeamten 2015 wohl nur auf geringe Resonanz stoßen werde und dann die Gefahr einer "Zufallsmehrheit" für eine andere Partei bestehe.

Der CDU-Kreisverband überlasse es den Amtsinhabern, ob und wann sie kandidieren, betonte Sprecher Tewes. Das gelte für die Bürgermeister wie für den Landrat. "Wir unterstützen die Kandidaten 2014 wie auch 2015." Grundsätzlich könne der Kreisverband in der Frage der Kühn-Nachfolge "nur einen gewissen Rahmen geben", da sich jeder bewerben kann und die Mitglieder entscheiden. "Wir sind bei diesem Thema noch in einem sehr frühen Stadium", so Tewes weiter. Zunächst einmal habe die Bundestagswahl Priorität.

Der Fraktionschef im Kreistag, Rechtsanwalt Sebastian Schuster aus Königswinter, wird nach wie vor als Kandidat gehandelt. Er bestätigte gestern auf Anfrage, dass er prinzipiell interessiert sei. Doch müsse sich der Landrat zunächst klar äußern, wie es weitergeht. "Ich will ihm da nicht 'reinreden."

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