Vermessung des Rheins: Nach 150 Jahren wieder aufgetaucht

Vermessung des Rheins : Nach 150 Jahren wieder aufgetaucht

Als vor 150 Jahren die zentrale Schifffahrtskommission die Vermessung des Rheins in Auftrag gab, wurden in preußischer Ordnung von Basel bis Rotterdam alle 10.000 Meter sogenannte Myriametersteine entlang des Rheins aufgestellt.

Einer dieser Steine, von denen es heute noch rund 70 gibt, war vor 13 Jahren in Lülsdorf wieder aufgetaucht. Mitglieder des örtlichen Bürgervereins hatten ihn im Uferbereich gefunden. Nach einer Restaurierung schmückt der Myriameterstein nun wieder das Rheinufer.

Am Einlassbauwerk des Retentionsraumes an der Uferstraße in Lülsdorf begrüßt der Stein nun Fahrradfahrer und Spaziergänger. Weil vor 150 Jahren der Wasserstand des Rheins einheitlich über den gesamten Rhein in Bezug auf den Amsterdamer Pegel (A.P.) ermittelt wurde, lässt sich an der dem Rhein zugewandten Seite des Steins heute noch die Inschrift "46,666 Meter über A.P." entziffern. Auf der anderen Seite ist außerdem die Entfernung nach Basel und Amsterdam eingraviert. Nach damaliger Messung waren es genau 500 Kilometer bis Basel und 394,45 Kilometer bis Amsterdam.

Um dem Stein mehr Geltung zu verschaffen, hatte die Stadt Niederkassel in Zusammenarbeit mit einem Ingenieursbüro aus Siegburg eine Neugestaltung seines Standorts umgesetzt. Der Sockel des Steins sitzt nun inmitten großer Kieselsteine, die das Flussbetts des Rheins symbolisieren. Weil der Rhein heute zudem durch Steine, Platten und Asphalt auf der einen und Wasserbausteine auf der anderen Seite befestigt ist, schmücken auch diese Materialien die neue Sehenswürdigkeit.

"Beide Arten der Befestigung haben wir hier symbolisch links und rechts des Verlaufs dargestellt", so Fabian Bongartz, der für das Konzept verantwortlich war. Darüber hinaus schwenkt das symbolische Kiesbett in Richtung Landesinnere, um die ursprüngliche Fließrichtung des Rheins darzustellen.

"Solch einen Myriameterstein findet man heute nur noch selten vor", freute sich Niederkassel Bürgermeister Stephan Vehreschild über die Einweihung des Steins. Es sei gelungen, seine Neugestaltung mit kleinstem finanziellem Aufwand umzusetzen. Tatsächlich hatten zur Restaurierung keine Haushaltsmittel zur Verfügung gestanden. Der Bürgerverein für Lülsdorf und Ranzel hatte die Kosten dafür deshalb zur Hälfte übernommen.

Für die Umpflasterung des Steins wurden vorhandene Materialien verwendet, die auf dem Niederkasseler Bauhof lagerten. Das Konzept und Baufahrzeuge für seine Umsetzung waren schließlich durch das Ingenieursbüro und eine Baufirma kostenlos zur Verfügung gestellt worden.

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