Unfallstatistik für den Rhein-Sieg-Kreis: Mehr verletzte Kinder und Jugendliche

Unfallstatistik für den Rhein-Sieg-Kreis : Mehr verletzte Kinder und Jugendliche

Die Kreispolizei Rhein-Sieg legt die Statistik für das Jahr 2015 vor. Mehr Kinder und Jugendliche werden bei Unfällen verletzt.

Die wichtigste Botschaft stellte Kreisdirektorin Annerose Heinze gleich voran: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, ohne Königswinter und Bad Honnef, hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr verringert – und zwar deutlich um 12,3 Prozent. Die aktuelle Statistik legte die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg gestern zum landesweiten Tag der Verkehrsunfallstatistik vor. Demnach registrierte sie 7432 Unfälle, 2014 waren es noch 8470. „Natürlich ist jeder Unfall einer zu viel, aber die Absenkung freut uns“, sagte Heinze. Vor allem im Vergleich zum Landestrend: Denn in NRW stieg die Unfallzahl im selben Zeitraum um 3,6 Prozent.

Erfreulich ist für Heinze auch: Die Zahl der Verunglückten ist ebenfalls gesunken, von 1310 (2014) auf 1266. Ein Wermutstropfen ist dabei allerdings, dass die Zahl der verletzten Kinder und Jugendlichen leicht angestiegen ist. 106 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren wurden im Straßenverkehr verletzt (2014: 101). Zehn erlitten schwere Verletzung, 96 kamen mit leichten Verletzungen davon. Bei den Jugendlichen stieg der Wert um vier Verletzte auf 77, davon neun Schwerverletzte.

„In den letzten neun Jahren sind aber keine Kinder und in den letzten sechs Jahren keine Jugendlichen mehr bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen“, sagte Heinze. Leicht erhöht hat sich auch die Zahl der verunglückten Fußgänger (von 126 in 2014 auf 135). Bei den Radfahrern sank sie hingegen auf 242 (2014: 249). Sieben Menschen kamen 2015 bei Unfällen ums Leben, darunter zwei Motorradfahrer, ein Mopedfahrer, ein Radfahrer sowie drei Autoinsassen. Noch nicht lange zurück liegt etwa der schwere Unfall am Bahnübergang an der Frankfurter Straße in Hennef im Dezember, bei dem eine Frau getötet wurde.

Generell sei die Gefahr, im Gebiet der Kreispolizeibehörde in einen Unfall verwickelt zu werden, „ausgesprochen gering“, so Abteilungsleiter Günter Brodeßer. 2050 Verkehrsunfälle pro 100 000 Einwohner hat die Behörde errechnet. „Wir liegen im Vergleich der Polizeibehörden in NRW auf Platz eins. Das heißt aber auch, dass wir nicht nachlassen werden im Bestreben, die Zahl weiter zu senken“, sagte Brodeßer.

Der Fokus lag dabei 2015 präventiv vor allem auf den Motorradfahrern. Denn: Nach einem Tiefstand von 74 Verunglückten 2013 stieg die Zahl wieder an, und zwar bis auf 102 im vergangenen Jahr (2014: 93). Die Motorradfahrer sind laut Petra Kaufmann, Direktionsleiterin Verkehr, oft zu schnell unterwegs. Allerdings sei die Motorradsaison 2015 aufgrund des guten Wetters auch sehr lang gewesen. Nichtsdestotrotz sieht die Behörde dort auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt.

Am Herzen liegt Heinze und Kaufmann auch der Kampf gegen überhöhte Geschwindigkeit und die damit einhergehenden Unfälle. „Rasen ist der Killer Nummer eins“, machte die Kreisdirektorin deutlich. Dabei sei Rücksicht im Straßenverkehr das wichtigste. Deshalb hat die Kreispolizeibehörde die Kampagne „Respekt – auch im Straßenverkehr“ gestartet. Dieser Appell soll laut Brodeßer die Wertschätzung im Straßenverkehr stärken. Das Ziel: Die Verkehrsteilnehmer sollen ihr eigenes Verhalten prüfen und ändern. Im Zuge der Kampagne wollen die Beamten auch kleine Verstöße, etwa Abbiegen ohne zu blinken, stärker ahnden.

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