148 Erkrankte im Jahr 2017: Mehr Krätze-Fälle im Rhein-Sieg-Kreis

148 Erkrankte im Jahr 2017 : Mehr Krätze-Fälle im Rhein-Sieg-Kreis

Die Krätze ist in Deutschland und NRW offenbar weiter auf dem Vormarsch. Einige Städte und Landkreise berichten von steigenden Fallzahlen – auch der Rhein-Sieg-Kreis.

Rote Flecken auf der Haut, Bläschen und ein starker Juckreiz – die Krätze ist in Deutschland und NRW offenbar weiter auf dem Vormarsch. Einige Städte und Landkreise berichten von steigenden Fallzahlen – so auch der Rhein-Sieg-Kreis. Wie das Kreisgesundheitsamt meldet, wurden im vergangenen Jahr bis Oktober schon 148 Fälle gemeldet, während im gesamten Jahr 2016 114 Krätze-Fälle gemeldet worden waren. Die Krankheit wird durch den Befall durch sogenannte Skabiesmilben ausgelöst.

Als Grund für die steigenden Fallzahlen komme laut Kreis nicht nur eine zunehmende Verbreitung der Milbe in Frage. Ein Rolle dürfte dabei auch die seit Juli 2017 bundesweit geltende Meldepflicht sein, die für Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen sowie Senioren- und Pflegeheime gilt. Bis Oktober 2017 wurden von Kindergärten auf dem Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises 28 Betroffene gemeldet, von Schulen 43 und von den Senioren- und Pflegeheimen 77 Fälle.

„Sobald uns aus einer Einrichtung eine Krätze-Erkrankung gemeldet wird, beraten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes die betroffene Einrichtung dahingehend, wie eine Ausbreitung vermieden und eine Eindämmung der Erkrankung erreicht werden kann“, teile Kreisgesundheitsamtsleiter Rainer Meilicke mit.

Ein Kindergarten, eine Schule oder ein Heim müsse erst informiert werden, wenn ein Arzt die Diagnose „Krätze“ gestellt hat – dann aber auf jeden Fall. „Grundsätzlich gilt: Wenn der Ausschlag trotz herkömmlicher Behandlung mit einer rückfettenden Creme nicht besser, sondern schlimmer wird, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt, Hausarzt oder direkt der Hautarzt aufgesucht werden“, so Meilicke.

Einen deutlichen Anstieg bei den Fallzahlen verzeichneten zum Beispiel auch die Städte Duisburg und Bochum, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat.

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